Neue EU-Regeln für Mobilität bremsen Kombinierten Verkehr

Österreich rangiert unter den Top 10 der EU-Mitgliedstaaten mit dem größten Risiko einer Verkehrsverlagerung von der Schiene zurück auf die Straße.

Neue EU-Regeln für Mobilität bremsen Kombinierten Verkehr Bild: UIRR

Die UIRR (International Union for Road-Rail Combined Transport) und ihre Mitgliedsunternehmen Hupac, Kombiverkehr, Rail Cargo Operator, Novatrans, Lineas Intermodal und East West Gate, haben eine Studie durchgeführt, um die Auswirkungen der neuen EU-Straßengüterverkehrsregeln auf den Kombinierten Verkehr zu untersuchen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl der Fernverkehr, der im direkten Wettbewerb zum Kombinierten Verkehr steht, als auch der Nahverkehr, der im Rahmen des Kombinierten Verkehrs Verbindungen auf der ersten und letzten Meile anbietet, stark betroffen sein werden. Die Studie prognostiziert einen Kostenanstieg von 5 Prozent für den Fernverkehr gegenüber 9 Prozent für den Kombinierten Verkehr auf Strecken unter 1.000 Kilometer.

Das neue EU-Gesetz wurde am 15. Juli 2020 als Teil des Mobilitätspakets zur umfassenden Reform des europäischen Straßentransportsektors verabschiedet. Die überarbeiteten Bestimmungen für den Zugang zum Güterkraftverkehrsmarkt und die neuen Sozial-/Arbeits- und Entsendungsregeln für Fahrer sollen Anfang 2022 in Kraft treten.

Die Wettbewerbsbedingungen im Landverkehr in Europa werden durch die Preise des Lkw-Verkehrs bestimmt. Dies gilt auch für den Kombinierten Verkehr. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Kombinierte Verkehr zur Dekarbonisierung Europas beiträgt, indem bis zu 40 Mio. Tonnen der CO2-Emissionen des Transportsektors im Rahmen des europäischen Green Deal eingespart werden.

Acht Prozent des gesamten europäischen KV-Volumens im Jahr 2019 – das entspricht fast 15 Mrd. Tonnenkilometern – laufen Gefahr, wieder auf den Lkw-Fernverkehr verlagert zu werden, falls die neuen EU-Vorschriften für den Straßengüterverkehr vollständig umgesetzt werden. Die 10 EU-Mitgliedsstaaten mit dem größten Risiko einer Rückverlagerung sind: 1. Deutschland, 2. Italien, 3. Frankreich, 4. Belgien, 5. Österreich, 6. Die Niederlande, 7. Luxemburg, 8. Schweden, 9. Spanien und 10. Ungarn.

„Der Verkehr ist der einzige Sektor der europäischen Wirtschaft, der seit 1990 keine Reduzierung der Kohlenstoffemissionen erreicht hat. Im Gegenteil, die verkehrsbedingten CO2-Emissionen sind in den letzten Jahrzehnten sogar gestiegen. Die nationalen Langzeitstrategien sollten sich daher auf den Verkehr als einen der größten Treibhausgasemittenten konzentrieren. Kombinierter Verkehr, der nachhaltige Verkehrsträger effizient in längere Transportketten einbindet, ist daher die einzig vernünftige Wahl“ , lautet das Fazit der Studie.

Die 1970 gegründete Internationale Vereinigung für den Kombinierten Verkehr Straße-Schiene (UIRR) ist der Branchenverband für den Kombinierten Verkehr in Brüssel.  Ihre Mitglieder sind Operateure des Kombinierten Verkehrs sowie Terminals des Kombinierten Verkehrs.

www.uirr.com

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