Mit ZIM hat Hapag-Lloyd einen „dicken Fisch“ geangelt

Die israelische Containerreederei zählt zu den zehn größten der Welt. Im Vorjahr wurde ein Umsatz von rund 6,9 Mrd. USD erzielt.

Mit ZIM hat Hapag-Lloyd einen „dicken Fisch“ geangelt Bild: ZIM

Mit der Übernahme der israelischen ZIM Integrated Shipping Services erwirbt Hapag-Lloyd die zehntgrößte Reederei der Welt. Das Unternehmen mit der Zentrale in Tel Aviv betreibt 117 Containerschiffe und 14 Car-Carrier mit einer Kapazität von 713.000 TEU und einem Transportvolumen von rund 3,7 Mio. TEU. ZIM beschäftigt 6.700 Mitarbeitende und hat 2025 einen Umsatz von rund 6,9 Mrd. USD erwirtschaftet.

Der Erwerb durch Hapag-Lloyd birgt eine Besonderheit: ZIM hat eine sogenannte „Golden Share“, die dem Staat Israel im Fall einer solchen Übernahme die Kontrolle über strategische Transaktionen verschafft. Nicht nur die ZIM-Aktionäre und die üblichen Aufsichtsbehörden wie etwa Kartellämter müssen dem Deal noch zustimmen, sondern auch der israelische Staat.

Deshalb mischt FIMI, Israels größter und führender Private-Equity-Fonds, bei dem Geschäft mit. Der Fonds übernimmt den Betrieb einiger der wichtigsten strategischen Handelsrouten zusammen mit der Marke ZIM und trägt künftig die volle Verantwortung für die „Golden Share“. Gleichzeitig hat sich Hapag-Lloyd verpflichtet, eine bedeutende und langfristige Präsenz in Israel aufzubauen.

Wie Rolf Habben Jansen, Vorstand des börsennotierten Hamburger Transport- und Logistikonzerns erklärte, ließen sich mit der ZIM-Übernahme Synergien im Volumen von mehreren 100 Mio. EUR erzielen. Die Kunden könnten von einem deutlich stärkeren Netzwerk in den Fahrtgebieten Transpazifik, Intra-Asien, Atlantik, Lateinamerika und Östliches Mittelmehr profitieren.

ZIM wurde 1945 gemeinsam von der Jewish Agency, dem Gewerkschaftsdachverband Histradrut und der Palestine Maritime League gegründet. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Reederei unter die Top-Ten der Welt auf.

2021 war ZIM an die Börse gegangen, in einer Zeit, als die Lieferkettenprobleme durch die Coronapandemie den Containerreedern glänzende Geschäfte bescherten. Als die Zeiten wieder schwieriger wurden, gab es ab der zweiten Jahreshälfte 2022 vermehrt Spekulationen über die Zukunft von ZIM.

www.hapag-loyd.com

www.zim.com

Anzeige