Deutscher Logistik-Preis für Logistics Next Level von Strauss

Brownfield-Revitalisierung am Stammsitz in Biebergemünd schafft messbare Effekte in Leistung, Qualität und Nachhaltigkeit.

Deutscher Logistik-Preis für Logistics Next Level von Strauss Bild: BVL-Christian Lietzmann

Wenn ein Logistikzentrum in die Jahre gekommen ist, stellt sich die Frage: Neubau oder Erneuerung im Bestand? Die Workwear-Marke Strauss entschied sich am Stammsitz in Biebergemünd nach einer ausführlichen Analyse dafür, eine Revitalisierung anzugehen – und das im laufenden Betrieb. Das Projekt „Logistics Next Level“ überzeugte die Jury und das Auditing-Team und wurde im Rahmen der BVL Supply Chain CX in Berlin gestern Abend mit dem Deutschen Logistik-Preis ausgezeichnet.

„Wir wollten unsere Logistik nicht nur erneuern, sondern revolutionieren“, sagt COO Matthias Fischer zum diesjährigen Siegerprojekt. Die Brownfield-Revitalisierung hatte einen tragfähigen Investitionsrahmen und eine kürzere Umsetzungszeit, sie spart gegenüber dem Neubau 26.000 Tonnen CO2. Eine PV-Anlage und Geothermie tragen zur Eigenversorgung bei.

Der Umbau im laufenden Betrieb stellte allerdings hohe Anforderungen an Planung, Qualifizierung und Risikosteuerung. Teile des Prozesses konnten temporär an den Schwesterstandort im nahe gelegenen Schlüchtern ausgelagert werden. Investiert wurden insgesamt 55 Mio. EUR, die aus Eigenmitteln finanziert werden konnten. Bei einer Verdoppelung der Versandleistung sanken die Stückgutkosten – den Return on Investment gibt Matthias Fischer mit 4,8 bis rund fünf Jahren an.

Ein neuer Leitstand koordiniert täglich rund 45.000 Sendungen. Die Auftragsdurchlaufzeit sank von vier Stunden auf 40 Minuten, die Fehlerrate wurde um 80 Prozent reduziert, die Kundenzufriedenheit liegt heute bei 98 Prozent. Die Automatisierung und Digitalisierung mit modernsten Anlagen ist die eine Säule des Erfolgs. Entstehende Daten fließen sofort wieder in Prognosen, Kapazitätssteuerung und Wartungsplanung ein und erhöhen so die Stabilität der Abläufe.

Die Belegschaft war von Beginn an eingebunden und konnte viele Themen wie Schichtplanung, Pausenzeiten und Arbeitsplatzgestaltung mitbestimmen. Die Umbauzeiten wurden zu Schulungen im modernen Standort Schlüchtern genutzt. Für die Mitarbeitenden besonders positiv: Die Effizienzgewinne erlaubten es, die Wochenarbeitszeit von 40 auf 37,5 Stunden zu reduzieren – bei vollem Lohnausgleich.

In Summe überzeugte Strauss die Jury mit dem integrierten Ansatz aus Brownfield, Technologie, Ökologie und sozialer Dimension. Die Verbindung von Bestandserhalt, vernetzter Automatisierung, KI-gestützter Steuerung und aktiver Beteiligung der Mitarbeitenden schafft messbare Effekte in Leistung, Qualität und Nachhaltigkeit. Das Projekt ist damit ein belastbares Modell für Unternehmen, die mit Blick auf knappe Flächen, steigende Anforderungen und hohen Kostendruck zukunftsfähige Logistik entwickeln wollen.

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