Nachtfahrverbot: Tirol streicht Ausnahmen für Euro 6 Transit-Lkw

Auf den Rollenden Landstraßen werden die Vergünstigung des Basistarifs und die Rundlaufrabatte auch 2021 angeboten.

Nachtfahrverbot: Tirol streicht Ausnahmen für Euro 6 Transit-Lkw Bild: Rail Cargo Group

Zum Jahreswechsel treten in Tirol weitere Nachschärfungen beim Nachtfahr- und Euroklassenfahrverbot in Kraft, wie Verkehrslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe erläutert: „Ab 1. Jänner fällt die generelle Ausnahme für Euro 6 Lkw im Nachtfahrverbot. Ausgenommen davon sind Transporte von medizinischem Material und leicht verderblichen Waren, ebenso der Ziel- und Quellverkehr und Fahrten im Vor- und Nachlaufverkehr zum Bahntransport. Diese Verschärfung wurde notwendig, da mit der bestehenden Ausnahmeregelung die NO2-Grenzwerte nicht einzuhalten gewesen wären und wir damit ein EU-Vertragsverletzungsverfahren riskiert hätten.“

Der hohe Modernisierungsgrad der Fahrzeugflotte und der Fakt, dass NO2-Emissionen in der Nacht lufthygienisch deutlich schlechtere Ausbreitungsbedingungen haben, stützen diese Maßnahmen. Bereits 2015 wurde mit einer Verordnung festgelegt, dass der Lkw der Klasse Euro 6 ab 1. Jänner 2021 vom Nachtfahrverbot nicht mehr ausgenommen sind.

Auch das Euroklassenfahrverbot wird zum neuen Jahr verschärft. „Die Ausnahmeregelung für Euroklasse 4 im Ziel- und Quellverkehr wird es ebenso nicht mehr geben, wie die für die Euroklasse 5 im Transit. Damit setzen wir unseren konsequenten Weg fort, die emissionsstärksten Lkw von den Tiroler Autobahnen zu verbannen“, erklärt Ingrid Felipe die Maßnahmen. Die Euroklassenfahrverbote-Verordnung wurde nach Durchführung eines umfassenden Begutachtungsverfahrens bereits 2019 dahingehend abgeändert.

Die ÖBB-Rail Cargo Group bietet mit der Rollenden Landstraße (ROLA) eine klimafreundliche Alternative zum Straßentransport. „Es steht neben der Verbindung Wörgl – Brennersee, auch die Verbindung Wörgl – Trento täglich zur Verfügung, sofern keine behördlichen Maßnahmen den grenzübergreifenden Schienenverkehr auf der Brennerachse einschränken. Die Kapazitäten st können bei Bedarf umgehend erhöht werden.

Die Marktnachfrage wird täglich beobachtet und laufend evaluiert“, berichtet Ingrid Felipe. Die Auslastungswerte der einzelnen Züge stehen online zur Verfügung. Die Kapazitäten können jederzeit abgefragt beziehungsweise gebucht werden. Zudem werden die Vergünstigung des Basistarifs, wie auch die Rundlaufrabatte bei regelmäßiger ROLA-Nutzung auch 2021 angeboten.

Trotz der Corona-Pandemie fällt die Transit-Jahresbilanz ähnlich aus, wie in den vergangenen Jahren, wie die Verkehrsreferentin berichtet: „Wir haben auch im Coronajahr 2020 wieder weit über 2 Millionen Transit-Lkw auf der Brennerstrecke zu verzeichnen. Von einem Einbruch oder tendenziellem Rückgang kann trotz der vielfältigen einschränkenden Maßnahmen im Laufe des Jahres und der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa nicht gesprochen werden. Wir werden daher auch weiterhin alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreifen, um die Anzahl der alpenquerenden Lkw zu reduzieren und damit die Verlagerung auf die Schiene vorantreiben.“

www.tirol.gv.at

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