Kombiverkehr will 2020 neue Marktsegmente erschließen

Der Operateur spürt die Schwächephase der Chemie- und Automobilindustrie und drängt auf die stärkere Belohnung von CO2-Vermeidung

Kombiverkehr will 2020 neue Marktsegmente erschließen Bild: Kombiverkehr

Bereits vor drei Jahren hat die Kombiverkehr KG die Entscheidung getroffen, mit Hilfe eines neu entwickelten und modernen Containertragwagens SGMNS in das Marktsegment der Tankcontainer mit einem Gesamtgewicht von bis zu 60 Tonnen bei 52-Fuß-Länge einzusteigen. Ein kurzer, gewichtsoptimierter Containertragwagen ergänzt nun die bestehende Wagenflotte des Unternehmens. Die letzten 20 von insgesamt 100 beschafften Einheiten wurden im Jänner in die Flotte integriert.

„Ein erster Test der Verladung und des durchgängigen Schienentransports der besonders langen und schweren Tankbehälter zwischen zwei Terminals des Kombinierten Verkehrs sind für das zweite Halbjahr geplant. Als Kombiverkehr stehen wir der Chemiebranche damit aktiv zur Seite, bisherige Kesselwagentransporte innerhalb unseres deutschlandweiten und europäischen Intermodal-Netzwerks erfolgreich abzuwickeln“, ist Geschäftsführer Armin Riedl von den zukünftigen Marktchancen für sein Unternehmen überzeugt. 

Investitionen in die Schieneninfrastruktur sind ein notwendiges Mittel, die Bahnlogistik auf lange Sicht für die heutigen und zukünftigen Anforderungen leistungsfähiger zu machen. Dafür fordert die Kombiverkehr eine direkte Förderung der Unternehmen, die mit ihrem Engagement im intermodalen Verkehr die Voraussetzung schaffen, die Klimaziele der Bundesregierung schneller zu erzielen.

„Trotz der Notwendigkeit, im Verkehrssektor die Schadstoffemissionen zu reduzieren, wurde der tägliche Einsatz der Kommanditisten unseres Unternehmens für den Umweltschutz seitens der Politik noch nicht honoriert. Wir fordern daher als weitere wichtige Maßnahmen die Mautbefreiung im Vor- und Nachlauf zu den Terminals sowie, analog zu der Förderpraxis in vielen europäischen Ländern, eine sendungsbezogene finanzielle Unterstützung für die Nutzung des Kombinierten Verkehrs“, bringt Arnin Riedl die derzeitige Situation auf den Punkt.

Im Geschäftsjahr 2019 hat die Kombiverkehr KG mit insgesamt 884.168 Lkw-Sendungen beziehungsweise 1,77 Mo. TEU rund 5,7 Prozent weniger Container, Wechselbehälter und Sattelanhänger transportiert. Im Nationalen Verkehr sank das Aufkommen von 290.142 transportierten Sendungen in 2018 auf 266.153 in 2019, auch bedingt durch den Wegfall eines Companytrain-Kunden auf einer Nord-Süd-Verbindung. Im internationalen Verkehr wurden 618.015 transportierten Lkw-Sendungen (-4,6%) befördert.

2019 befand sich die deutsche Wirtschaft an der Schwelle zur Rezession. Die Folge waren Sendungsrückgänge insbesondere auf einzelnen Strecken des Nationalen Verkehrs bedingt durch sinkende Mengen im Segment der Chemie- und Automotivtransporte. Steigende Frachtraumkapazitäten sorgten damit einhergehend für einen fallenden Straßenpreis, der es uns auch in Teilen des internationalen Verkehrs schwer machte, unsere Angebote am Markt zu platzieren“, zieht Geschäftsführer Robert Breuhahn ein erstes Fazit zur Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr.

In den Teilmärkten Dänemark, Ungarn und Schweden verzeichnete Kombiverkehr auch aufgrund einer marktgerechten Leistungsqualität der Bahnen Steigerungsraten von bis zu elf Prozent. Auch legte der Spanienverkehr trotz zahlreicher erneuter Streiks in Frankreich um mehr als sieben Prozentpunkte zu. Jedoch führten nicht zufriedenstellende Pünktlichkeitsquoten auf einzelnen Relationen, Preisdifferenzen zwischen Straße und Schiene und besondere Wetterereignisse, die zum Beispiel den Zugverkehr im Alpentransit teilweise über mehrere Tage zum Erliegen brachten, in anderen Teilmärkten zu Sendungsverlusten.

www.kombiverkehr.de

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