Im Hafen Koper boomt der Containerverkehr. Die neuesten Statistiken bestätigen das. Seit März 2025 passieren jeden Monat mindestens 100.000 TEU die Kaianlagen. Das hat es in der Geschichte des slowenischen Seehafens noch nie gegeben.
Dafür gibt es zwei Gründe. Einerseits haben sich die Frachtraten von Asien in die Nordadria wieder den Konditionen auf den Nordhafen-Relationen angeglichen. Es herrscht wieder Parität. Andererseits verstärken die Reedereien Hapag-Lloyd, CMA CGM und Cosco Shipping Lines ihr Engagement in Koper.
So positiv das für die Kennzahlen des Hafens ist, so sehr belastet das die operativen Abläufe. Man nutze jede freie Fläche für die Lagerung von Containern, erfährt man aus Koper. Für die angespannte Situation im Hinterlandverkehr auf der Schiene stellt man eine baldige Besserung in Aussicht.
Nach der Fertigstellung des zweiten Schienenstranges zwischen Koper und Divaca sowie nach Abschluss der Bauarbeiten im Raum Ljubljana sollte sich die Situation wieder beruhigen. „Bis zur Jahresmitte 2026 ist alles vorbei“, heißt es.
Das ändert wenig an den positiven Prognosen für Koper. Es gibt bereits erste Anfragen von österreichischen Spediteuren für Direktdienste nach Nordamerika. Eventuell dafür und noch viel mehr für den Ausbau der Fernost- und Mittelmeer-Liniendienste erfährt das Containerterminal bis Ende 2027 eine deutliche Erweiterung.
Dafür entsteht ein neuer Liegeplatz für Mutterschiffe. Damit steigt die Jahreskapazität von aktuell 1,3 Mio. TEU auf 1,8 Mio. TEU. Gleichzeitig erhält das Bahnterminal im Hafen zwei zusätzliche Gleise. Nach Abschluss der Investition bietet der Adriahafen je zwei Liegeplätze für große Containerschiffe und kleine Feederdienste.
Um noch leistungsfähiger zu werden, entsteht gerade ein automatisiertes Warehouse für die Lagerung und Abfertigung der Stahlcoils von asiatischen Produzenten. Nach seiner Eröffnung wird das Bestandsobjekt in eine Fazilität für Stuffing- und Stripping-Serviceleistungen umfunktioniert.
Wichtige Kundenkreise dafür kommen aus der österreichischen Holz-, Papier- und Zellstoffindustrie. Insgesamt haben den Hafen Koper im letzten Jahr rund 241.000 TEU mit Lade- und Empfangsstationen in der Alpenrepublik passiert.
