Die chinesische Cosco-Gruppe stärkt ihr Engagement im Seehafen-Hinterlandverkehr in Europa. Dazu wird sie über die niederländische Tochter Goldlead Supply Chain Development (Europe) B.V. 80 Prozent der Anteile der Hamburger Konrad Zippel Spediteur GmbH übernehmen. Die geplante Transaktion wurde beim Bundeskartellamt angemeldet. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der entsprechenden kartellrechtlichen Genehmigungen.
Goldlead ist ein neu gegründetes Unternehmen, das zu 100 Prozent zu Cosco gehört und als Plattform den Ausbau der Terminal- und Hinterlandaktivitäten der chinesischen Reedereigruppe in Europa vorantreiben soll. Bereits seit einigen Jahren ist der Konzern am Hamburger Containerterminal Tollerort beteiligt.
Axel Plaß, Geschäftsführer und bisher mit 70 Prozent Mehrheitseigentümer der Unternehmensgruppe Zippel, bestätigt das Vorhaben gegenüber der DVZ. Die Verträge seien kurz vor Weihnachten unterschrieben worden. Zum Verkaufspreis macht er keine Angaben.
Die verschiedenen Immobilien der Gruppe sind nicht Teil des Verkaufs. Sie gehören derzeit Axel Plaß und Axel Kröger und werden künftig in den Händen der Familie Plaß liegen.
Zippel soll auch mit dem neuen Mehrheitsgesellschafter unter dem bisherigen Namen arbeiten.
Die Zippel-Gruppe hat im vergangenen Jahr rund 205.000 TEU im Seehafenhinterlandverkehr der deutschen Containerhäfen Hamburg und Bremerhaven befördert. Rund 80 Prozent davon entfallen auf die Schiene. Das Unternehmen betreibt eigene Ganzzüge von/nach Berlin, Schkopau und Riesa.
Dazu setzt Zippel 500 eigene Waggons und drei eigene Lokomotiven ein. Zudem verfügt das Unternehmen über 200 eigene Lkw. Den Gruppenumsatz beziffert Axel Plaß auf derzeit rund 75 Mio. EUR bei deutlich schwarzen Zahlen. Für das Unternehmen arbeiten derzeit rund 350 Personen.
