Zahl der Piratenangriffe auf See stark gestiegen

Hotspot Südostasien: Mehr als jeder zweite Überfall weltweit ereignet sich in der Straße von Singapur.

Zahl der Piratenangriffe auf See stark gestiegen Bild: ICC

Die Piraterie ist längst kein Relikt aus vergangenen Zeiten. Wie das auf die Kriminalitätsbekämpfung auf See spezialisierte International Maritime Bureau (IMB) bekanntgibt, hat die weltweite Zahl an Piratenangriffen 2025 erneut zugenommen.

Im Vorjahr registrierte das IMB weltweit 137 Piraterie- und bewaffnete Raubüberfälle gegen Schiffe. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber 116 Fällen im Jahr 2024 sowie 120 im Jahr 2023.

Von den 137 registrierten Vorfällen im Jahr 2025 wurden laut IMB 121 Schiffe geentert, zehn Angriffe versucht, vier Schiffe gekapert sowie auf zwei Schiffe geschossen. Die Täter waren in 91 Prozent der Fälle erfolgreich – eine Quote, die an das Muster vergangener Jahre anknüpft.

Die gemeldete Zunahme 2025 war global ungleichmäßig verteilt. Zwei Drittel aller Vorfälle ereigneten sich in Südostasien. In den anderen Weltregionen blieb das Niveau weitgehend konstant.

Mit 95 Vorfällen entfielen fast 70 Prozent der Angriffe auf Südostasien, gefolgt von Afrika (29), dem indischen Subkontinent (8) sowie Nord- und Südamerika (5). Sechs geografische Punkte allein waren für 81 Prozent aller Überfälle verantwortlich.

Der auffälligste Trend in den Daten für 2025 ist der starke Anstieg der Vorfälle in der Straße von Singapur, die sich als der weltweit am stärksten betroffene Ort herauskristallisierte. Das IMB registrierte in dem Gebiet 80 Vorfälle, nach 43 im Jahr 2024 und 37 im Jahr 2023.

Die Vorfälle an der Meerenge in Malaysia machten über 58 Prozent aller Piraterie- und bewaffneten Raubüberfälle weltweit aus. Dort kam es zu 14 Geiselnahmen, acht Bedrohungen, drei Verletzungen und einem tätlichen Angriff. Zudem nimmt der Waffeneinsatz deutlich zu: In 42 Fällen wurden Schusswaffen gemeldet (2024: 26, 2023: 15), in 33 Fällen Messer.

https://icc-ccs.org/imb

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