Auch im krisenbedingt herausfordernden Geschäftsjahr 2024 war der Hafen Wien voll auf Kurs. Das Betriebsergebnis des Wien Holding-Unternehmens ist um 4,3 Prozent auf rund 9,1 Mio. EUR gestiegen. Der Umsatz ist im Vergleich zum Jahr 2023 um 4,7 Prozent auf 58,8 Mio. EUR gesunken. Hauptgrund dafür war der Rückzug aus dem Geschäftsbereich Liquid Bulk, so Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer des Hafen Wien, anlässlich der Bilanzpressekonferenz.
Die vor rund vier Jahren aufgenommene speditionelle Tätigkeit im Bulk-Sektor wurde aufgrund des allgemeinen Fahrermangels sowie schlechter gewordener wirtschaftlicher Rahmenbedingungen aufgegeben. Bei einem jährlichen Umsatz von bis zu 12 Mio. EUR konnten mit der Firma T-Sped über den gesamten Zeitraum rund 620.000 EUR erwirtschaftet werden.
Auch am Autoterminal wurde seit dem Jahr 2020 ein Gang zurückgeschalten, der Flächenaufwand dafür reduziert und anderweitig verwendet. Der Fokus hier liegt nun auf der Bedienung der Bestandskunden, wie Doris Pulker-Rohhofer, technische Geschäftsführerin des Hafen Wien, erklärt.
Erfolgsbringer im Jahr 2024 war neben der Immobilien-Sparte vor allem die Hafenlogistik. Die „Business Unit Lagerlogistik“ konnte die Auslastung ihrer Lagerhallen von 95 Prozent im Jahr 2023 auf 98 Prozent im Jahr 2024 steigern. Der Umsatz stieg hier um satte 25 Prozent.
Auch der Wiener Gesundheitsverbund setzt auf den Hafen Wien, der ihm als zentraler Lagerhalter dient. Dort werden nun 32.500 verschiedene Produkte für Spitäler und Pflegeheime angenommen, gelagert, kommissioniert und verteilt – mit Ausnahme von Medikamenten. Die Kühlzelle wurde abgebaut, die Tiefkühlzelle stillgelegt.
Der Gesamtumschlag der Hafen Wien-Gruppe erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr 3,8 Mio. Tonnen. In den drei Frachthäfen Lobau, Albern und Freudenau wurden wasserseitig rund 1,044 Mio. Tonnen an Waren umgeschlagen, das entspricht einem Plus von rund 66.000 Tonnen beziehungsweise 6,8 Prozent zum Vorjahr.
Das Tochterunternehmen WienCont betreibt den Containerterminal und das Containergeschäft im Hafen Wien und steigerte im Jahr 2024 seinen Umsatz um fünf Prozent auf 20,3 Mio. EUR. Insgesamt wurden knapp 470.000 TEU am Standort umgeschlagen. Die Mengen in Umschlag und Lagerung waren damit annähernd gleich hoch wie jene des Vorjahres. Besonders erfreulich entwickelte sich der Bereich Containerreparatur mit einem Plus von 39 Prozent.
Um mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern, plant die WienCont die Erweiterung des Container Terminals Freudenau. Bis 2034 sollen in mehreren Schritten die Lagerkapazität gesteigert, Flächen für zeitgemäße Reparaturwerkstätten geschaffen und ein vollwertiges zusätzliches Terminal mit Containerportalkränen errichtet werden. Ziel ist es, mit diesem Projekt die Kapazität der verladenen Containereinheiten auf circa 1 Mio. TEU zu verdoppeln.
