Am 10. September 2025 fand unter der Koordination des Fachverbandes Güterbeförderungsgewerbe der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) eine Protestfahrt gegen die geplante Mauterhöhung 2026 statt. Insgesamt 63 Lkw rollten aus ganz Österreich an und kamen vor dem Verkehrsministerium zum Stillstand.
Kurz danach verlautbarte Mobilitätsminister Peter Hanke in einer Aussendung die Einigung auf ein „Mautpaket“. Die Bundesregierung regelt darin die künftige Ausgestaltung der Lkw-Maut. Vor dem Hintergrund der herausfordernden wirtschaftlichen Situation werden die Tarife zur Anlastung der Infrastrukturkosten für das Jahr 2026 nicht valorisiert.
Für die Transportwirtschaft und den Logistiksektor gibt es eine Neuerung: Die Rabattregelung für emissionsfreie Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, aktuell bei 75 Prozent, wird nun bis 2030 klar geregelt. Das Mobilitätsministerium unterstützt im Rahmen des E-Mobilitätsprogramms „eMove Austria“ den Flottenumstieg auf emissionsfreie Lkw heuer mit rund 80 Mio. EUR.
Die Preise für Vignetten (Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen) werden – wie gesetzlich vorgesehen – weiterhin jährlich an die Inflation angepasst. Für das Vignettenjahr 2026 bedeutet dies eine Anpassung um 2,9 Prozent.
„Unsere Protestfahrt vor das Verkehrsministerium hat Wirkung gezeigt“, resümiert Markus Fischer, Fachverbandsobmann des Güterbeförderungsgewerbes in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Laut internen Berechnungen liegt mit der Einigung der Bundesregierung nun eine niedrigere Mauterhöhung ab 2026 vor – es wird von rund 7,7 Prozent beim Referenzfahrzeug (EURO VI, 4+ Achsen) ausgegangen.
Damit konnte ein noch höherer Anstieg – kolportiert wurden zuletzt bis zu 10 bis 13 Prozent – verhindert werden. „Wir erkennen das als Signal der Bundesregierung an, dass man das Problem erkannt hat und einen Schritt auf unsere Branche zu machen will“, so Markus Fischer.
Dennoch bleibe die finanzielle Belastung auch mit der niedrigeren Erhöhung für die Branche enorm und verlange den heimischen Transportunternehmen viel ab. „Auch diese Erhöhung ist jedenfalls zu hoch. Daher braucht es als ausgleichende Maßnahme zusätzlich noch weitere Entlastungen. Hier gibt es auch budgetneutrale Möglichkeiten“, so Markus Fischer.
Beispielsweise würde ein Aus für den Nacht-60er nichts kosten, der Branche aber wichtige Erleichterungen bringen. Dasselbe gilt für den Lkw-C17. Markus Fischer: „Wir hoffen, dass sich Bundesminister Hanke hierfür gesprächsbereit zeigt und wir gemeinsam zu einer Lösung kommen.“
