Die Idee hinter der innovativen Palettenschiebevorrichtung ist eigentlich simpel: Das Gerät gleicht einem unscheinbaren Kasten, der nach vorne geöffnet ist und am Boden über eine Schublade (Slider) verfügt. Der Staplerfahrer stellt die bestückte Palette auf die Schublade. Im Anschluss nimmt der Staplerfahrer die neue, leere Palette auf und schiebt sie der beladenen Palette hinterher. Innerhalb weniger Sekunden gleitet die Startpalette mithilfe eines Seilzugs auf dem Slider durch eine Öffnung in der Rückwand. In einem Zug rutscht das Ladegut auf die Wunschpalette – und fertig.
„Unser System ist relativ günstig in der Anschaffung und es ist extrem schnell. Eine Palette lässt sich innerhalb von 10 bis 15 Sekunden austauschen. Und man kann den Wechsler überall hinstellen, weil er klein ist und zum Betrieb keinen elektrischen Strom benötigt“, erklären Lars Wellerdiek und Ralf Schauties im Gespräch mit der Österreichischen Verkehrszeitung.
Dabei ist die Art der Palette dem System egal – ob Holz, Kunststoff oder Alu, spielt keine Rolle. Die Alupalette ist aus Hygienegründen zum Beispiel in der Pharmaindustrie anzutreffen. Der Palettenwechsler kann wahlweise dauerhaft in einem Lager installiert werden. Es gibt aber auch mobile Varianten, wie sie z.B. auf den Kreuzfahrtschiffen der Aida- und der TUI-Gruppe zum Einsatz kommen.
Findet der PARATUS®-Palettenwechsler, bei dem statt der Ware der Ladungsträger verschoben wird, jetzt bereits mehr als 750 Abnehmer rund um den Globus, so wollen Lars Wellerdiek und Ralf Schauties jedenfalls vorerst am Produktionsstandort Deutschland festhalten: „Jede exportierte Anlage, egal ob sie nach China, nach Thailand oder sonst wohin geht, stammt aus der Region Halle.“ Der Ausfuhranteil liege bei rund 60 Prozent.
Jedes Jahr setzt die SW-Paratus GmbH von dem innovativen Palettenwechsler zwischen 300 und 350 Stück ab – in der Preisklasse von jeweils 11.000 bis 12.000 EUR. Darüber hinaus vertreibt das Unternehmen, das 12 Mitarbeitende fix und bis zu 18 in der Produktion beschäftigt, Palettenmagazine und -ausrichter sowie Paletten und ergänzende Logistik-Services.
„Wir haben Kunden, die wechseln jeden Tag 500 Paletten. Da amortisiert sich die Anlage in drei Wochen“, rechnen Lars Wellerdiek und Ralf Schauties vor. Auf eine Feststellung legen die beiden Geschäftsführer Wert: „Wir verkaufen keine Geräte. Wir verkaufen eine Lösung, damit der Abnehmer seine Prozesse optimieren kann.“
Diesen unternehmerischen Ansatz schätzen bekannte Großunternehmen wie Siemens, Nestlé, Procter & Gamble oder Bayer, die mit dem PARATUS®-Palettenwechsler arbeiten. „Unser Vorteil ist, dass es so viele unterschiedliche Palettentypen gibt. Das System ist für Logistikdienstleister und Kontraktlogistiker gleichermaßen geeignet“, stellen Lars Wellerdiek und Ralf Schauties fest.
Ein „Luxusproblem“ hat die SW-Paratus GmbH freilich: Ihre ältesten Geräte sind jetzt schon sieben Jahre lang auf dem Markt und arbeiten weiterhin störungsfrei. „Weil unsere Maschinen so lange halten, müssen wir immer wieder neue Kunden gewinnen.“ Dazu beitragen sollen weitere Kooperationspartner. Einige sind erst in diesem Jahr neu hinzugekommen.