Am Landesgericht Ried im Innkreis läuft seit 9. Juli ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Vermögen der Stranzinger Logistik Service GmbH. Von der Insolvenz sind insgesamt 23 Dienstnehmer betroffen, davon 10 Angestellte und 13 Arbeiter, teilt der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit.
Die im Jahr 2014 gegründete Schuldnerin ist im Bereich der Warenlogistik tätig. Der Hauptsitz der Verwaltung befindet sich an der Geschäftsanschrift Antiesen 19 in Eberschwang („Logistikcenter 1“). Darüber hinaus gehören zu dem Unternehmen das „Logistikcenter 2“ in Ort im Innkreis und das „Logistikcenter 3“ in Brunnenthal.
In den Jahren 2020 und 2021 verlor die Antragstellerin aufgrund der Corona-Krise ihren Hauptkunden, der zuvor 85–90 Prozent des Umsatzes ausmachte. Weitere wirtschaftliche Belastungen wie der Ukraine-Krieg und steigende Kosten führten zu einem starken Auftragsrückgang. Eine Kooperation mit einem neuen Geschäftsführer zur Kundengewinnung blieb erfolglos.
Trotz finanzieller Unterstützung durch Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und einen Corona-Kredit konnte der wirtschaftliche Turnaround nicht erreicht werden. Laut der vorliegenden Angaben sind 41 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Die Antragstellerin beziffert die unbesicherten Verbindlichkeiten mit rund 4,023 Mio. EUR.
Den gegenüberstehenden Vermögenswerten, die sich laut Status zum 8. Juli 2025 auf etwa EUR 188.000 EUR belaufen sollen, steht somit eine erhebliche Überschuldung gegenüber. Unter Berücksichtigung bestehender Absonderungsrechte ergibt sich laut Angaben der Schuldnerin eine fiktive Verteilungsquote von etwa 1,6 Prozent.
Die Schuldnerin strebt eine Unternehmensfortführung sowie eine Entschuldung mittels eines Sanierungsplanes an. Gegenwärtig bietet die Antragstellerin ihren Gläubigern eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren an. Es handelt sich hierbei um das gesetzliche Mindesterfordernis für ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung.
