Rhenus und Contargo lassen Hybridschiff vom Stapel

„Mannheim I+II“ kombiniert fünf Euro-6-Dieselmotoren, die mit dem synthetischen Kraftstoff HVO100 betrieben werden, mit einem selbstladenden Batteriesystem.

Rhenus und Contargo lassen Hybridschiff vom Stapel Bild: Rhenus SE & Co. KG / Luftansicht der „Mannheim I“ vor der Mühlenweide und dem Festzelt

Vor kurzem haben die Rhenus Gruppe und der Logistikdienstleister Contargo im Duisburger Hafen den Hybrid-Koppelverband „Mannheim I+II“ feierlich getauft. Es ist das erste Schiff einer nach eigenen Angaben innovativen Baureihe und soll neue Maßstäbe für den nachhaltigen Gütertransport setzen.

Mit dem neuen Antriebskonzept und einer vorgestellten modernen Fernsteuertechnik wollen die beiden Unternehmen einen wichtigen Schritt in Richtung klimafreundliche und automatisierte Binnenschifffahrt leisten. Contargo-CEO Jürgen Albersmann, Projektpartner und Charterer des Hybrid-Koppelverbands: „Das Schiff ordnet sich perfekt in unsere umfassende Transformations- und Dekarbonisierungsstrategie für den trimodalen Containerverkehr ein und schließt die Lücke im verkehrsträgerübergreifenden, trimodalen und emissionsoptimierten Transport auf der Rheinschiene.“

Der 193 Meter lange Koppelverband „Mannheim I+II“ kombiniert fünf Euro-6-Dieselmotoren, die mit dem synthetischen Kraftstoff HVO100 betrieben werden, mit einem selbstladenden Batteriesystem. Dieses besitzt eine Kapazität von 840 kWh. Hinzu kommen perspektivisch zwei Wasserstoff-Brennstoffzellen.

Die flexibel kombinier- und austauschbaren Antriebsformen beliefern zwei Synchron-Elektromotoren mit je 960 kW Leistung, die direkt mit der Propellerwelle verbunden sind und einen geräuscharmen Betrieb ermöglichen. Zudem kann durch den Betrieb mit Batterie, Diesel und Wasserstoff nach Angaben der beiden Unternehmen eine Reduzierung der CO2– und NOx-Emissionen um bis zu 72 Prozent erzielt werden. Mit dem Einsatz von HVO100 erhöhe sich die Reduzierung dann auf 90 Prozent.

Die Bauweise sowie die Propulsionstechnik mit einem Flex-Tunnel-Propeller ermöglichen die Fahrt auch bei Niedrigwasser bis zu einem Tiefgang von 1,20 Metern und sind speziell für den Einsatz auf der Rheinschiene zwischen den ARA-Häfen und Wörth am Oberrhein ausgerichtet. Mit der Flex-Tunnel-Technologie kann man dabei präziser Manövrieren und eine flachere Positionierung des Propellers im Fahrwasser erreichen.

Im Rahmen der Taufe wurde zudem die Fernsteuerungstechnik vorgestellt, die künftig auch in der neuen Baureihe zum Einsatz kommen soll. So wurde das bereits umgebaute und mit der zugehörigen Technik nachgerüstete Binnenschiff „Ernst Kramer” sowie der Fahrstand aus dem Forschungsprojekt „FernBin“ präsentiert.

Konkret ermöglicht die neue Technik die Fernsteuerung des Schiffes und liefert gleichzeitig Echtzeitdaten zu Emissionen, Motorenleistung und Kraftstoffverbrauch. Der Fahrstand soll fest in den Büroräumen der Rhenus in Duisburg installiert werden. Die nächste Projektphase von „FernBin“ startet 2026.

www.contargo.net

www.rhenus.group

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