Der Stadttunnel Feldkirch setzt beim Abtransport des Ausbruchmaterials auf die Bahn – und vermeidet so rund 70.000 Lkw-Fahrten durchs Siedlungsgebiet. „Mit der Reaktivierung des alten Westbahngleises und dem Bau einer rund 400 Meter langen Anschlussbahn schaffen wir die Voraussetzungen für den umweltfreundlichen Abtransport des Ausbruchmaterials“, informierte Stadttunnel-Projektleiter Bernhard Braza vorige Woche bei einem Lokalaugenschein.
Bereits im September errichtete die für den Haupttunnel zuständige Arbeitsgemeinschaft aus Jäger Bau, Strabag und Hilti & Jehle eine 90 Meter lange Förderbandbrücke. Diese bringt das ausgebrochene Gestein aus dem Baustellenbereich in der Felsenau umwelt- und lärmschonend über die Landesstraße L190 und die Ill. Für den Weitertransport per Bahn – durchgeführt von Rail Cargo Austria – entsteht eine Verladeanlage.
Am 3. November hat die Rhomberg Sersa Rail Group mit dem Bau der Gleise begonnen. Künftig wird das ausgebrochene Material, insgesamt rund eine Million Tonnen Gestein, direkt am Portal Felsenau auf den Zug verladen und über die Anschlussbahn ins Ressourcen Center Rheintal (RCR) von Rhomberg Bau transportiert. „Aktuell rechnen wir mit zwei Fahrten täglich, mit denen jeweils rund 1.000 Nettotonnen in unseren Steinbruch gelangen“, berichtet Stefan Rusch, Geschäftsführer Rhomberg Bau.
Dort wird das Ausbruchsmaterial zunächst klassifiziert und zwischengelagert. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft wird es in den Rhomberg-Anlagen in den kommenden Jahren dann aufbereitet, veredelt und bedarfsgerecht wieder dem Markt zugeführt – etwa für Straßenbau, Beton- und Asphalt-Zuschlagstoffe oder bergbautechnische Anschüttungen.
RCA-Vorstand Christoph Grasl freut sich, dass der Bahn der Vorrang gegeben wurde: „Das Projekt Stadttunnel geht beim Materialtransport einen nachhaltigen Weg. Wir als Rail Cargo sind ein erfahrener und verlässlicher Partner, wenn es darum geht, große Mengen auch auf kurzen Distanzen umweltfreundlich zu bewegen.“
Neben dem Gleisbau und den Arbeiten an der Verladeanlage laufen weitere Vorbereitungen für den Bau des Haupttunnels. Im Rahmen des Nebenbauloses „Portal Altstadt“ werden derzeit die Baustelle eingerichtet und eine zusätzliche Lärmschutzwand entlang der Duxgasse errichtet. Nach Aufhebung des behördlichen Teilbaustopps werden außerdem die Vorarbeiten auf der Baustelleneinrichtungsfläche in der Felsenau mit Hochdruck vorangetrieben – insbesondere der Leitungsbau und die Errichtung der Betonmischanlage.
