Die ÖBB Rail Cargo Group schickt heuer einen Demozug mit Digitalen automatischen Kupplungen (DAK) auf die Reise. Im Zuge einer großen Österreich-Tour soll erprobt werden, wie die Geräte herausfordernde Situationen im Güterverkehrsalltag erfolgreich meistern können.
Der DAK-Demozug besteht zunächst aus acht und ab Mitte 2026 aus 24 Wagen der Gattungen Eanos, Sgnss, Shimmns (4668 & 4676), Habbiins, Talns und Faccns sowie aus zwei Vectron-Lokomotiven. Die unterschiedlichen Wagen ermöglichen den Test zahlreicher Zugzusammenstellungen, wie sie auch im Einzelwagenverkehr (EWV) üblich sind.
Darüber hinaus sammelt der DAK-Demozug auch Erfahrungswerte für die Fahrt in Doppeltraktion. Diese ist bei sehr schweren Zügen oder anspruchsvollen Steigungen in Verwendung.
Bei der Auswahl der Wagen wurde darauf geachtet, dass das Wagenmaterial gängig und zugleich zukunftsträchtig ist. Das heißt: Statt Zweiachser kommen ausschließlich moderne Drehgestellwagen zum Einsatz, die über eine höhere Tragfähigkeit verfügen.
Die offensichtlichsten Änderungen sind bei den Kupplungen des Demozugs zu finden. So verfügt der Zug über 44 Digitale automatische Kupplungen (DAK) unterschiedlicher Hersteller, die untereinander kompatibel sind. Zusätzlich sind an den beiden Vectron Loks vier Hybridkupplungen verbaut, mit denen sowohl Wagen mit DAK, als auch mit Schraubenkupplung gezogen werden können.
Darüber hinaus ist jeder Wagen mit einer CCU (Consist Control Unit) und jede Lok mit einer LCU (Lead Control Unit) ausgestattet. Dabei handelt es sich um Recheneinheiten, die im Idealfall an den alten Pufferpositionen der Wagen bzw. in den Lokomotiven angebracht sind.
Sie ermöglichen neben einer Stromversorgung auch eine durchgehende Kommunikation zwischen der Lok und den angeschlossenen Wagen. Zum Beispiel liefern die Wagen etwa einmal pro Sekunde ein Signal an die Lok und geben dem Lokführer oder der Lokführerin Auskunft darüber, dass alle Wagen miteinander verbunden sind und die Zugintegrität gegeben ist.
Tests mit den DAK-Demozügen werden neben Österreich auch in vier weiteren europäischen Ländern – Deutschland, Italien, Schweden und Schweiz – durchgeführt und im Zuge dessen Daten und Vergleichswerte gesammelt. Dabei wird jeweils auf die Besonderheiten der einzelnen Länder Rücksicht genommen.
Während etwa die österreichische Topografie mit engen Bögen, starken Steigungen, Tunneln und alpinen Bedingungen aufwartet, gibt es in Schweden zum Beispiel sehr lange Strecken, auf denen harte winterliche Bedingungen vorherrschen. Auf diesen Schienen werden viele tausend Zugkilometer zurückgelegt und dabei ein besonderes Augenmerk auf den Verschleiß gelegt.
Seine erste große Fahrt durch Österreich unternimmt der DAK-Demozug auf der Tauernstrecke. Hier finden noch im Jänner spezielle Wintertests statt, bevor der Zug dann beim Verschub am Rollberg in Salzburg-Gnigl auf Herz und Nieren geprüft wird.