Premiere: Gips-Recyclat fährt erstmals mit der Bahn

Die in einer neuen Anlage in Stockerau aufbereiteten Stoff-Abfälle werden umweltfreundlich auf der Schiene zum Saint-Gobain-Werk Bad Aussee transportiert.

Premiere: Gips-Recyclat fährt erstmals mit der Bahn Bild: ÖVZ-Joachim Horvath

In Stockerau geht dieser Tage das erste Recyclingwerk für Gipsabfälle auf österreichischem Boden in Betrieb. Das Gemeinschaftsprojekt von Porr, Saint-Gobain und Saubermacher ermöglicht erstmals einen geschlossenen Gipskreislauf und gilt als Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft. Rund 7,5 Mio. EUR wurden in die neue Anlage investiert.

Operativ umgesetzt wird das Projekt von der GzG Gipsrecycling GmbH, einem Joint Venture, das die drei beteiligten Unternehmen gegründet haben. GzG verarbeitet die in Österreich anfallenden Gipsabfälle zu Recyclat. Dieses wird künftig im Werk Bad Aussee von Saint-Gobain neuen Gipskartonplatten beigefügt.

Die Beförderung des Gips-Recyclats von Stockerau ins steirische Salzkammergut erfolgt emissionsreduziert per Bahn. Das liegt auf der Hand, zumal der Standort von GzG in der Lenaustadt über einen eigenen Gleisanschluss verfügt. Die Transporte auf der Schiene werden von der ÖBB-Rail Cargo Group Austria (RCG) abgewickelt.

Das GzG-Recyclingwerk hat eine Jahreskapazität von 60.000 Tonnen. Bereits im Sommer 2025 begann die Annahme erster Gipsabfälle. Diese werden in Stockerau sorgfältig vorsortiert, mechanisch aufbereitet und in mehreren Siebstufen behandelt, um die maximale Sortenreinheit sicherzustellen.

Mit dieser Anlage ist eine neue industrielle Infrastruktur für Baustoffrecycling in Österreich entstanden. Gips, bislang ein Abfallprodukt mit begrenzten Entsorgungsmöglichkeiten, wird so zu einem wertvollen Sekundärrohstoff.

Die seit 1. April 2025 geltende Recyclinggips-Verordnung hat erstmals verbindliche Vorgaben für die sortenreine Trennung und Aufbereitung von Gipsabfällen geschaffen. Mit dem am 1. Jänner 2026 in Kraft tretenden Deponierungsverbot wird die Nachfrage nach entsprechenden Recyclingkapazitäten weiter steigen.

www.gzg.at

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