Neues Berufsbild: Umzugsfachkraft ersetzt den Möbelpacker

Ziel sind attraktivere Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung und Anerkennung für den Beruf sowie Klarheit sowie Professionalität für die Kunden.

Neues Berufsbild: Umzugsfachkraft ersetzt den Möbelpacker Bild: wasserlof-communications

Nach zwei Jahren Vorbereitung hat der Österreichische Möbeltransportverband (ÖMTV) das Berufsbild der Umzugsfachkraft im Berufsinformationssystem des AMS durchgesetzt. „Dass wir jetzt von Umzugsfachkräften sprechen und nicht mehr von ‚Packern‘, ist ein Quantensprung für unsere Branche“, sagt ÖMTV-Präsidentin Karin Lang,

Wer übersiedelt, verdient nicht nur Muskelkraft, sondern vor allem Fachkompetenz, denn Umzugsfachkraft ist kein leichter Beruf. Mit dem neuen Berufsbild will der Verband den komplexen Arbeitsalltag besser darstellen und mit den darin festgeschriebenen Standards dem Personalmangel begegnen. Auch schwarze Schafe sollen damit ausgebremst werden

Jahrzehntelang galt der Beruf als Tummelplatz für Hilfskräfte – ohne offizielle Definition, ohne Qualifikation, ohne Perspektive. „Dabei ist kein Umzug wie der andere“, so Karin Lang. „Es geht um sensibles Mobiliar, komplexe Abläufe, Fingerspitzengefühl im Umgang mit Kundinnen und Kunden, und nicht zuletzt um Verantwortung für das Übersiedlungsgut.“

In Kooperation mit dem Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) und dem Fachverband Spedition & Logistik der WKO wurde ein umfassendes Berufsprofil entwickelt. Es zeigt: Umzugsfachkräfte sind Profis, die nicht nur schleppen, sondern vor allem sorgfältig und durchdacht verpacken und mit den Kundinnen und Kunden während des gesamten Prozesses kommunizieren.

Neben Möbeln und Inventar führen die geschulten Umzugsfachkräfte auch spezielle Transporte für technische Geräte, Kunstobjekte und Musikinstrumente durch. So bringen sie selbst die heikelste Fracht sicher und zuverlässig von A nach B.

„Das neue Berufsbild ist nicht nur ein Gewinn für die Umzugsfachkräfte selbst, sondern ein wichtiger Hebel gegen die zahlreichen schwarzen Schafe am Markt“, sagt Karin Lang und ergänzt: „Der ÖMTV warnt seit Jahren vor Billiganbietern, die mit dubiosen Preisaufschlägen, schlecht oder falsch versicherten Leistungen und mangelnder Qualität für Unmut bei der Kundschaft sorgen.“

Neben physischer Belastbarkeit zählen vor allem das nötige Fachwissen etwa zu Verpackung und Handling, Sprachkompetenz, Serviceorientierung, digitale Tools und ergonomisch korrektes Arbeiten zu den Kompetenzen einer Umzugsfachkraft. . Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: ob beim ressourcenschonenden Verpacken oder der Nutzung von Mehrwegmaterialien.

Künftig können Unternehmen, AMS und Bewerbende auf eine einheitliche, transparente Basis zugreifen. Das Berufsbild ist bereits im Berufsinformationssystem des AMS integriert.

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