Neue Koralmbahn bringt mehr Bahnfrachtkapazität

Als einer der ersten Güterzüge wurde am 4. November ein Einzelwagenverkehr der ÖBB Rail Cargo Group auf die Hochleistungsstrecke geschickt.

Neue Koralmbahn bringt mehr Bahnfrachtkapazität Bild: ÖBB Hofmann / Von links: Verschieber Johannes Waldhauser, ÖBB Rail Cargo Group Vorstandssprecher Clemens Först, Triebfahrzeugführer Martin Schubert

Schon vor 200 Jahren begann die Geschichte der Eisenbahn mit dem Gütertransport. Bei der Inbetriebnahme der Koralmbahn wiederholt sich diese Abfolge. Seit Anfang November 2025 nutzt die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) die neue Verbindung zwischen Kärnten und der Steiermark – und bringt ab sofort Güter über die 130 Kilometer lange Strecke.

RCG-Vorstandssprecher Clemens Först freut sich über die Öffnung der neuen Strecke für Güterzüge: „Damit beginnt ein neues Kapitel für die Bahnlogistik in Österreich. Dank der neuen Koralmbahn können wir unseren Kunden verkürzte Transportzeiten und mehr Kapazität für klimafreundliche Logistik anbieten.“

Die Koralmbahn ist ein Meilenstein für den Schienengüterverkehr in Österreich und Europa. Züge zwischen Villach Süd und Graz müssen künftig nicht mehr den Umweg über Knittelfeld, Leoben und Frohnleiten nehmen und kommen schneller ans Ziel. Das ist besonders für den Einzelwagenverkehr wichtig,

Die neue Flachstrecke ermöglicht die Traktion von Zügen mit 250 bis 280 Tonnen höheren Lasten. So lassen sich durch kürzere Laufzeiten und effizientere Umläufe bis zu 300.000 Zugkilometer pro Jahr einsparen. Die geringeren Steigungen auf der Strecke der Koralmbahn (10 statt 16 Promille) sind ebenfalls im Sinne der Effizienz, weil so für die Fahrten weniger Energie verbraucht wird.

Der RCG-Kunde Omya setzt seit Jahren auf umweltfreundliche Bahntransporte. Die Nutzung der neuen Koralmbahn ist ein weiterer Schritt, die Logistikprozesse des Unternehmens effizienter und klimafreundlicher zu gestalten. Mineralische Füllstoffe für die Papierproduktion werden künftig verstärkt per Bahn innerhalb Österreichs transportiert.

„Die neue Strecke ermöglicht uns, Transporte noch nachhaltiger und ressourcenschonender durchzuführen. Damit leisten wir einen weiteren Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Stärkung des Schienengüterverkehrs“, heißt es seitens Omya.

Mit der neuen Koralmbahn und der Bestandsstrecke über den Neumarkter Sattel entsteht eine viergleisige Südachse. Das bringt bis zu 30 Prozent zusätzliche Kapazität für den Güterverkehr und somit noch mehr Raum für klimafreundliche Transporte auf der Schiene. 

Die Südachse wird mit der Koralmbahn Teil des Ostsee-Adriatisches Meer-Korridors, der Europa von Nord nach Süd verbindet und eine der wichtigsten Güterverkehrsrouten Europas darstellt. Der Korridor verbindet Wirtschaftsräume von der Ostsee bis zur Adria, stärkt Österreich als Logistikdrehscheibe und bietet den RCG-Kunden schnellere, effizientere Verbindungen in Richtung Häfen und Industriezentren.

www.oebb.at

www.railcargo.com

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