Logistikbranche sieht leichten Aufwärtstrend in den Schwellenländern

Führungskräfte der Logistikbranche sehen Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate im Kommen und schauen mit Besorgnis auf China, Brasilien und Russland

Logistikbranche sieht leichten Aufwärtstrend in den Schwellenländern

Führungskräfte der Logistikbranche erwarten für 2016 einen leichten Wachstumstrend in den Schwellenländern – trotz Sorgen um eine weitere Abschwächung in China, Schwankungen der Ölpreise und der Möglichkeit, dass die US-Wirtschaft nachlassen könnte.

Nach einem turbulenten Jahr sagen 61 Prozent der befragten Führungskräfte, dass sie sich hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft unsicher sind oder für 2016 mit einer höheren Volatilität rechnen. Trotz dieser Vorsicht sind etwa genauso viele (59,4 Prozent) der Meinung, dass die Prognose des Internationalen Währungsfonds von 4,7 Prozent Wachstum in den Schwellenländern „in etwa richtig“ ist. Im Jahr 2015 wuchsen die Schwellenländer um schätzungsweise 3,6 Prozent bis 4,2 Prozent, das ist ein Rückgang gegenüber 2014 (4,5 Prozent).

Diese Ergebnisse sind Teil einer neuen weltweiten Befragung von mehr als 1.100 Führungskräften aus der Logistikbranche und dem Supply-Chain-Management, die der Agility Emerging Markets Logistics Index 2016 zusammenfasst. Der Index, der in diesem Jahr zum siebten Mal erscheint, bietet eine Momentaufnahme der Stimmung in der Logistikbranche. Der Index erstellt eine Rangliste der 45 weltweit führenden Wachstumsmärkte anhand ihrer Größe, ihrer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ihrer Infrastruktur und anderer Faktoren, die sie für Logistikanbieter, Spediteure, Schifffahrtsgesellschaften, Luftfrachtunternehmen und Distributoren attraktiv machen.

Zum ersten Mal sehen die befragten Logistikexperten Indien – und nicht China – als den Markt mit dem größten Wachstumspotenzial. In den allgemeinen Ranglisten des Index, die auf wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Daten basieren, klettert Indien um 2 Plätze auf Rang 3 und liegt lediglich hinter China und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Indien erreicht diesen Platz dank seiner starken Wirtschaftsleistung und eingeleiteter Reformen durch die Regierung von Premierminister Narendra Modi.

China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, bleibt mit großem Abstand der führende Wachstumsmarkt. An der Spitze der Rangliste überholen die VAE (Platz 2), Indien (3) und Malaysia (4) die rohstoffabhängigen Volkswirtschaften Saudi-Arabien (5), Brasilien (6) und Indonesien (7). Die Top 10 runden Mexiko (8), Russland (9) und die Türkei (10) ab.

Nigeria (Platz 17) und Ägypten (Platz 22) klettern in dem datenbasierten Teil des Index um 10 Punkte – nie zuvor in den zurückliegenden sieben Jahren des Rankings hatte es so große Sprünge nach vorn gegeben. Das Potenzial von Nigeria, der größten Volkswirtschaft Afrikas, ist stärker in den Fokus gerückt, seit die Regierung ihre Methoden zur Messung der Wirtschaftsleistung des Landes modernisiert hat. In Ägypten hat sich das Wirtschafts- und Geschäftsklima unter der Militärregierung stabilisiert.

Weitere Ergebnisse des Index:

  • Die VAE, Heimat der Wirtschaftsgiganten Dubai und Abu Dhabi, verfügen über das beste Geschäftsklima und die beste „Vernetzung“. Hierbei handelt es sich um eine Messgröße für die Infrastruktur und die Verkehrsverbindungen in den Wachstumsmärkten. Folglich rangieren die VAE unter den Wachstumsmärkten nun als weltweite Nummer 2 hinter China, auch wenn die chinesische Volkswirtschaft 25-mal, die indische 5-mal und die brasilianische 6-mal größer sind.
  • Die unternehmensfreundlichsten Bedingungen herrschen in den Golfstaaten. Die VAE, Katar und Oman verfügen über das beste Geschäftsklima – eine Kombination von Marktzugang und Risiko, Vorschriften, ausländischen Investitionen, Urbanisierung und Vermögensverteilung. Auch andere Golfstaaten nehmen in Sachen wirtschaftliche Rahmenbedingungen Spitzenplätze ein: Saudi-Arabien (Platz 5), Kuwait (9) und Bahrain (11).
  • Die VAE, Malaysia, China und Chile sind führend im Bereich „Vernetzung“. Das heißt, sie verfügen über die beste Infrastruktur und die besten Verkehrsanbindungen sowie die effizienteste Zollabfertigung und Grenzverwaltung.
  • Die Länder in Lateinamerika verlieren den Anschluss an andere Wachstumsmärkte – eine Folge der Rezession und der politischen Turbulenzen in Brasilien, der größten Volkswirtschaft der Region, sowie der niedrigen Preise für Rohstoffexporte. Unter den zehn Ländern, die im Index am weitesten abgerutscht sind, befinden sich sechs lateinamerikanische: Peru, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Kolumbien und Venezuela. Dennoch bleibt Chile der bestplatzierte Wachstumsmarkt mit einem Bruttoinlandsprodukt von weniger als 300 Millionen US-Dollar.
  • Russland – getroffen von den Sanktionen des Westens und seit seiner Unterstützung der Rebellen in der Ukraine und seiner militärischen Intervention in Syrien wirtschaftlich isoliert – ist im Index von Platz 7 auf Platz 9 gefallen. Die Spannungen mit Russland und der Verlust der Wirtschaftsleistung in der abgespaltenen Krimregion haben auch der Ukraine geschadet. Sie ist im Index um 4 Plätze auf Rang 34 abgerutscht.

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