Italien erlaubt jetzt Güterzüge mit einem Lokführer

Was in der EU längst Usus ist, greift nun endlich auch im südlichen Nachbarland Raum. Gewerkschaft stand auf der Bremse.

Italien erlaubt jetzt Güterzüge mit einem Lokführer Bild: FS Logistix.webp

Seit 25. Oktober dürfen Güterzüge in Italien auch nur mit einem Lokomotivführer unterwegs sein. Damit endet die langjährige Verpflichtung zur Zwei-Personen-Besatzung. In den meisten anderen Ländern der Europäischen Union ist ein Triebfahrzeugführer bereits Standard.

Bisher sahen die italienischen Sicherheitsvorschriften vor, dass sich zwei Personen in der Lokomotive befinden müssen, um bei medizinischen Notfällen die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Die Hauptaufgabe des zweiten Triebfahrzeugführers bestand darin, die Kontrolle zu übernehmen, wenn der erste arbeitsunfähig wurde, z.B. während eines plötzlichen gesundheitlichen Notfalls, und den Zug wohlbehalten an einem geeigneten Ort zum Stehen zu bringen, um Hilfe zu leisten.

Durch Fortschritte bei automatisierten Sicherheitssystemen, Signaltechnik und Bremsmechanismen ist jedoch kein zweiter Bediener mehr erforderlich. Diese Systeme können einen Zug im Falle einer Handlungsunfähigkeit des Triebfahrzeugführers oder eines technischen Defekts automatisch anhalten und so sowohl die Sicherheit als auch die Einhaltung der EU-weiten Betriebsnormen gewährleisten.

Die Reform in Italien, die nach Konsultation mit der Eisenbahnagentur der Europäischen Union (ERA) verabschiedet wurde, ist an die Bedingung geknüpft, dass schnelle Reaktionszeiten in Notfällen beibehalten werden. Die ERA hat bestätigt, dass der Betrieb mit einem Triebfahrzeug die europäischen Sicherheitskriterien erfüllt, wenn er durch moderne Zugsicherungssysteme und eine zuverlässige Kommunikationsinfrastruktur unterstützt wird.

Mit dieser Änderung reiht sich Italien in die wachsende Liste jener EU-Länder ein, die den Schienenverkehr rationalisiert haben, um die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit im Güterverkehrssektor zu verbessern und gleichzeitig hohe Sicherheitsstandards durch fortschrittliche Bordtechnologie aufrechtzuerhalten.

www.fslogistix.com

www.era.europa.eu

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