Im Jahr 2050 soll Rotterdam der wettbewerbsfähigste, nachhaltigste und widerstandsfähigste Hafen Europas sein. Ein sicherer und innovativer Hafen, von unersetzlichem Wert für die Wirtschaft und strategische Autonomie, eingebettet in eine gesunde Lebensumgebung.
Das und mehr steht in der Hafenvision 2050, die demnächst vom Gemeinderat Rotterdams besprochen und beschlossen wird. Um dieses Zukunftsbild zu verwirklichen, sind in den kommenden Jahren intensive öffentlich-private Zusammenarbeit und ein attraktives Investitionsklima von entscheidender Bedeutung.
In der neuen Vision strebt Rotterdam an, bis 2050 klimaneutral zu sein und einen großen Beitrag zur Kreislaufgesellschaft zu leisten. Durch die starken Unternehmenscluster und (Hinterland-)Verbindungen spielt der Hafen auch weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung der Liefer- und Energiesicherheit für zahlreiche Produkte des täglichen Bedarfs. Neue Verkehrskonzepte, der bessere Einsatz von künstlicher Intelligenz und unter anderem zirkuläre Produktion sollen Chancen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Sauberkeit eröffnen.
Durch geopolitische Entwicklungen und Bedrohungen ist ‚wendig und widerstandsfähig‘ ein wichtiges Thema in der neuen Hafenstrategie. Eine Streuung der Importe aus verschiedenen Ländern und eine starke Kreislaufwirtschaft verringern die Abhängigkeit von einzelnen Ländern. Der Import erneuerbarer Energien und eine verstärkte Erzeugung, zum Beispiel durch Offshore-Windkraft, tragen zur Energiesicherheit bei. Digitale Systeme müssen optimal gegen Schadakteure geschützt werden.
Die anderen vier Themen in der Hafenvision 2050 sind:
- Intelligente & saubere Logistik. Mit intelligenten Systemen sorgt der Hafen im Jahr 2050 für eine größere Versorgungssicherheit, Energiesicherheit und wirtschaftlichen Wohlstand. Ladung, Transportmittel und Infrastruktur sind digital verbunden und verfügen über intelligente Sensoren, die miteinander kommunizieren. Algorithmen wählen ständig die besten Transportrouten, und es gibt unbemannte Fahrzeuge und Wasserfahrzeuge.
- Industrie: wettbewerbsfähig, klimaneutral und zirkulär. Die Industrie in Rotterdam wird sich in den nächsten 25 Jahren zu einem Zentrum für zirkuläre Rohstoffe und Halbfertigprodukte, verschiedene Formen nachhaltiger Energie und strategische (kritische) Materialien entwickeln. Das ist wichtig für die Autonomie der Niederlande und Europas. Fossile Rohstoffe werden auf ein Minimum reduziert, verschwinden aber wahrscheinlich nicht vollständig.
- Lebensqualität, Natur und Umwelt: Im Vergleich zu 2025 wurden erhebliche Fortschritte erzielt. Im Jahr 2050 trägt der Hafen von Rotterdam zu einer gesunden Lebensumgebung bei, ohne dass dies auf Kosten der unternehmerischen Möglichkeiten geht. Dies kann durch die Nutzung sauberer Kraftstoffe und Landstrom ermöglicht werden. Durch öffentlich-private Partnerschaften ist die Anzahl der Wohnungen in der Region gestiegen.
- Zukünftige Arbeitsmarkt. Der Hafen bleibt ein großer und attraktiver Arbeitgeber, wird jedoch vielfältiger. Außerdem ist der Hafen dank neuer Verkehrskonzepte besser erreichbar.
Die gestern von B&W an den Gemeinderat gesandte Hafenvision 2050 fordert ein wesentlich attraktiveres Investitionsklima, „zum Beispiel mit vergleichbaren Energiekosten wie in den Nachbarländern“. Andernfalls investierten Unternehmen anderswo in die Industrie der Zukunft. Auch der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Stärkung des Arbeitsmarktes seien dringend erforderlich, wird empfohlen.
Die Stadt Rotterdam und die Hafenbehörde haben die Hafenvision 2050 initiiert und erarbeitet, in Zusammenarbeit mit der Provinz Südholland, der nationalen Regierung und Deltalinqs. Zudem lieferten mehr als 100 Unternehmen, Regierungsbehörden, Forschungseinrichtungen und Interessengruppen wertvolle Beiträge.
