Laut der israelischen Wirtschafts- und Finanzzeitung „Globes“ hat Hapag-Lloyd ein Angebot zur Übernahme von ZIM Integrated Shipping Services, Israels größtem Container-Schifffahrtsunternehmen, abgegeben. Das Magazin berichtet, dass das Angebot noch in einem frühen Stadium sei und die Verhandlungen zwischen den Parteien noch nicht begonnen hätten. ZIM gab dazu keine Stellungnahme ab.
Globes schreibt auch, dass andere große Reedereien, darunter MSC und Maersk, in den letzten Tagen Interesse an dem Schifffahrtsunternehmen bekundet hätten. Basierend auf den von der Finanzzeitung veröffentlichten Zahlen halten Hapag-Lloyd etwa 7,4 Prozent der globalen Containerkapazität, MSC 20,2 Prozent und Maersk 14,3 Prozent. ZIM, das derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 2,4 Mrd. USD hat, nimmt mit einem Anteil von 2,5 Prozent den weltweit neunten Platz ein.
Das Interesse an ZIM ist aufgeflammt, weil der frühere Hauptaktionär Kenon Holdings seine Anteile verkauft hat. Gemeinsam mit dem Reedereimagnaten Rami Ungar wollte CEO Eli Glickman das Unternehmen übernehmen. Der Vorstand hat sich jedoch dazu entschlossen, alternative Optionen zu prüfen.
Die Belegschaftsvertreter von ZIM sprechen sich öffentlich gegen einen Verkauf an Hapag-Lloyd aus. Im Gespräch mit Globes argumentierte Arbeiterkomitee-Vorsitzender Oren Ksafim, dass die Übernahme durch ein Unternehmen, dessen Hauptanteilseigner die staatlichen Vermögensfonds von Katar und Saudi-Arabien sind, eine Bedrohung für die nationale Sicherheit Israels darstellen könnte.
