Am 27. Februar 2026 wurde der regelmäßige Güterzugverkehr auf der gesamten Strecke der neuen Eisenbahnlinie Budapest–Belgrad offiziell aufgenommen. Damit sollen Waren, die aus Fernost kommend in den griechischen Häfen (vor allem Piräus) eintreffen, schneller in das CEE/SEE-Hinterland befördert werden.
Ein von Rail Cargo Hungaria (RCH) für den Kunden BorsodChem betriebener Güterzug war der erste, der die neu eröffnete Infrastruktur bis Novi Sad befahren hat. Das Unternehmen ist unter Berücksichtigung aller Umstände auf weitere Transportaufgaben in der Relation Budapest–Belgrad vorbereitet. Erwartet wird ein schnellerer und zuverlässigerer Schienengüterverkehr in Richtung Balkan und zurück.
Obwohl die 350 Kilometer lange Strecke und die Stationen fertiggestellt sind, können die Schienen derzeit nur mit erheblichen Einschränkungen befahren werden. Die maximale Zuglänge beträgt 740 Meter auf dem MÁV-Abschnitt und 700 Meter im internationalen Verkehr. Die Höchstgeschwindigkeit liegt derzeit bei 100 km/h aufgrund des noch fehlenden Zugbeeinflussungssystems. Bei ungünstigen Sichtverhältnissen sind es 40 km/h.
Die neue Eisenbahnstrecke spielt eine wichtige Rolle für den Betrieb am KV-Terminal RCT-BILK. Dank dieser Investition können Güterzüge aus Richtung Serbien das Routing über Ferencváros umgehen und den Bahnhof Soroksár-Terminál auf direktem Weg ansteuern. Diese Änderung vereinfacht und beschleunigt die Logistikprozesse erheblich und entlastet den oft überlasteten Knotenpunkt Ferencváros.
Die Modernisierung umfasste nicht nur die Erneuerung der Gleise, sondern auch die vollständige Errichtung und Inbetriebnahme der Oberleitung. Dadurch ist der elektrische Zugbetrieb zwischen Ferencváros und RCT–BILK wieder möglich. Der erste von einer E-Lok gezogene Zug kam aus Duisburg am Terminal RCT-BILK an.
