Duisburger Hafen stellt sich auf raue Zeiten ein

Bahnlogistik zwischen China und Rhein-Ruhr-Region boomt; Unwägbarkeiten für die Logistikbranche trüben die Erwartungen

Duisburger Hafen stellt sich auf raue Zeiten ein Bild: duisport Gruppe

Die Rhein-Ruhr-Region entwickelt sich zu einer zentralen Drehscheibe für den Warenaustausch über die „Eiserne Seidenstraße“. Rund 30 Prozent des gesamten Handels per Güterbahn zwischen China und Europa wird bereits über den Duisburger Hafen abgewickelt, und weitere Projekte stehen in Vorbereitung.

Derzeit verkehren wöchentlich 35 Züge zwischen Duisburg und einem Dutzend Destinationen in China. Sie transportierten im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 130.000 TEU. Durch Kooperationen mit chinesischen Partnern soll im Interesse der deutschen Exportwirtschaft weiteres Wachstum entlang der Korridore der „Neuen Seidenstraße“ ermöglicht werden. Das gab die duisport-Gruppe bei der Bilanzpressekonferenz bekannt.

In diesem Zusammenhang engagiert sich die duisport-Gruppe derzeit vor allem beim Aufbau des weltweit größten Industrie- und Logistikparks „Great Stone“ nahe dem weißrussischen Minsk. In einem Konsortium mit europäischen und asiatischen Partnern soll mittelfristig die Transportzeit der Chinazüge von derzeit 14 auf perspektivisch 10 Tage reduziert werden.

Generell hält die duisport-Gruppe in einem wirtschaftlich schwieriger gewordenen Umfeld mit ihrer Positionierung als „Premium-Port“ Kurs. So wurde 2018 einen Umsatz in Höhe von 278,6 Mio. Euro erzielt. Das ist eine Steigerung um 11,6 Prozent oder 28,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich um 4,9 Prozent von 40,5 auf 42,5 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss betrug 12,2 Mio. Euro nach 11,7 Mio. Euro 2017.

Doch Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, dämpft die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr: „Wir können uns den globalen Entwicklungen nicht entziehen. Nach aktueller Schätzung des RWI ist der weltweite Containerumschlag im Februar auf 133,9 Indexpunkte gefallen. Im Jänner lag er noch bei 138,2. Dies ist der viertstärkste bisher beobachtete monatliche Rückgang. Uns stehen raue Zeiten bevor“, sagte er bei der Bilanzpressekonferenz.

Der Manager verwies in diesem Zusammenhang auch auf weitere Unwägbarkeiten, die bereits im letzten Geschäftsjahr negative Auswirkungen auf den Konzernumsatz hatten: Das Niedrigwasser 2018 auf dem Rhein und die offenen Fragen um den drohenden Brexit sind hier nur zwei Beispiele. Vor dem Hintergrund dieser Fakten seien die guten Geschäftszahlen 2018 „ein vermutlich nur schwer wiederholbarer Erfolg.“ 

Zugleich betonte Erich Staake die straffe strategische Ausrichtung, mit der duisport im internationalen Vergleich eine Spitzenstellung als „Premium-Port“ erworben habe: „Die von uns entwickelten Logistikareale sind Premium-Standorte. Wir haben unsere Wertschöpfungsketten breit und sicher aufgestellt“, ließ er durchblicken.

Diese intensive Kundenorientierung habe duisport zu einer vernetzenden Plattform für Dienstleistungen rund um die Logistik gemacht. Erich Staake: „Unsere Kunden schätzen diese Marktpositionierung als Qualitätsanbieter. Diese Strategie werden wir auch international weiter entwickeln.“

Unter den vier duisport-Geschäftsbereichen erzielte das Segment „Infra- und Suprastruktur“ einen Umsatz von 54,4 Mio. Euro (+7,3%). Der Umsatz bei den „Logistischen Dienstleistungen“ stieg um 2,1 Prozent auf 77,4 Mio. Euro. Das umsatzstärkste Geschäftssegment Verpackungslogistik verzeichnete mit 7,6 Prozent ein kräftiges Plus – von 87 Mio. Euro auf nun 93,6 Mio. Euro. Bei der Kontraktlogistik erzielte duisport einen Umsatz von 24,2 Mio. Euro. 

Der Gesamtgüterumschlag einschließlich der privaten Werkshäfen betrug 127,5 Mio. Tonnen (2017: 130,6 Mio. Tonnen). Das ist ein Rückgang um 3 Prozent In den Häfen der duisport-Gruppe ging der Umschlag von 68,3 Mio. Tonnen auf 65,3 Mio. Tonnen zurück.

Die Niedrigwasserperiode führte beim Schüttgut zu einem zehnprozentigen Rückgang. Vor allem der Umschlag von Eisen, Stahl und Kohle ging zurück, während dieser im Mineralöl- und Chemiesektor stabil blieb. Beim Containerumschlag, der mit einem Anteil von rund 55 Prozent das wichtigste duisport-Gütersegment ist, wurde mit einem Umschlag von 4,1 Mio. TEU das Rekordniveau des Vorjahres erreicht.

www.duisport.de

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