Die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn soll bereits ab dem kommenden Jahr dauerhaft profitabel sein. Das kündigt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder im Rahmen der von ihm ausgerufenen „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ an.
„Die Sanierungsmaßnahmen der DB Cargo AG sind fortzusetzen und gegebenenfalls zu intensivieren“, heißt es in der Strategie des Ministers zur Bahn-Reform. Spätestens Ende 2028 will die Deutsche Bahn dann auch mit den Sparten Fern- und Regionalverkehr permanent schwarze Zahlen schreiben.
Mit Blick auf den gesamten Konzern heißt es, alle Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, sollten gebündelt und dann verkauft werden. Ein entsprechendes Konzept will der DB-Vorstand 2026 vorlegen.
Verbesserungen seien nicht von heute auf morgen möglich, es brauche einen langen Atem, stellt Patrick Schnieder klar. Hauptansatzpunkt des Ministers ist die Sanierung des Schienennetzes – mit Mitteln aus dem 500 Mrd. EUR schweren Sondervermögen für die Infrastruktur.
In die Digitalisierung sollen bis 2029 allein 10 Mrd. EUR fließen. Bis Ende 2026 wird die Infrastruktur-Tochter DB InfraGO einen Plan vorliegen, wie das Netz insgesamt digitalisiert werden kann.
Die Deutsche Bahn wird auf Jahre nicht so pünktlich sein wie viele Wettbewerber im Ausland. Im Fernverkehr werde bis 2029 eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent angestrebt, sagte der Minister. Er sprach von einem realistischen Ziel.
Mittelfristig sollten es dann 80 Prozent sein, langfristig 90 Prozent. Damit wäre die Bahn dann auf Augenhöhe etwa mit dem Zugverkehr in Österreich oder den Niederlanden. Im Nahverkehr soll die Pünktlichkeit dauerhaft bei 90 Prozent liegen. Aktuell sind nicht einmal 60 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich, im Nahverkehr sind es bereits rund 90 Prozent.
