Brenner-Nachtschicht mit dem E-Lkw startet als Pilotprojekt

Mit Fahrten über den Alpenpass wollen MAN Truck & Bus und die Dettendorfer Spedition die Praxistauglichkeit der neuen Technologie unter Beweis stellen.

Brenner-Nachtschicht mit dem E-Lkw startet als Pilotprojekt Bild: MAN / Von links: Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, René Zumtobel, Landesrat für Verkehr, Umwelt und Naturschutz in der Tiroler Landesregierung, Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Spedition Dettendorfer und Dr. Frederik Zohm, Vorstand Forschung & Entwicklung bei MAN Truck & Bus.

Im Juli und August testen MAN Truck & Bus und die bayerische Spedition Dettendorfer im Rahmen eines Pilotprojekts vier Wochen lang den nächtlichen Einsatz von vollelektrischen Lkw auf der Brennerroute zwischen Raubling und Bozen. Dank der bestehenden Ausnahme vom Nachtfahrverbot auf der Inntal-Autobahn A12 dürfen E-Trucks im Gegensatz zu Diesel-Lkw nämlich zu diesen Stunden fahren.

Ziel des Projekts ist es, die Verkehrsflüsse am Brenner zu entzerren, Staus zu vermeiden, CO2– und Lärm-Emissionen zu senken und die Versorgungssicherheit zu erhöhen – insbesondere in der Ferienzeit. „E-Lkw können ein wichtiger Teil der Lösung für den alpinen Güterverkehr auf der Brennerroute sein”, meint Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr.  

Der „Nachtsprung“ mit E-Trucks über den Brenner ist grundsätzlich schon seit 2021 möglich. Für den Fernverkehr mangelte es bislang jedoch an einer breiten Fahrzeugverfügbarkeit sowie an entsprechender Ladeinfrastruktur.

Mit dem MAN eTruck, der seit Juni 2025 in München in Serie produziert wird, lassen sich Tagesreichweiten von bis zu 800 Kilometer mit einer Zwischenladung im Winter wie im Sommer erreichen. Dank der Ausnahme vom Nachtfahrverbot auf der Inntal-Autobahn A12 in Tirol kann der vollelektrische Lkw nachts grenzüberschreitend auf der gesamten Strecke zwischen Deutschland und Italien verkehren – etwa von München nach Verona oder von Rosenheim über den Brenner nach Bozen und zurück. 

Damit erschließen E-Trucks Routen, die mit Diesel-Lkw aufgrund der nächtlichen Fahrverbote bislang nicht mehr realisierbar waren. Das ist ein Fortschritt für effiziente, leise und emissionsfreie Nachtlogistik im Alpenraum und besonders interessant für Transporte in der Kühl- und Pharmalogistik oder bei zeitkritischen Lieferketten.

So entlasten E-Tucks die Brennerroute in verkehrsarmen Nachtstunden. Eine Modellrechnung zeigt, dass bereits 300 solche in der Nacht eingesetzte Fahrzeuge die Blockabfertigung am Tag in Kufstein um bis zu eine Stunde reduzieren können.

Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Jeder E-Truck spart im Schnitt rund 95 Tonnen CO₂ pro Jahr ein – bei einer jährlichen Fahrleistung von 110.000 Kilometern. Schon bei 300 Fahrzeugen täglich ergibt sich ein jährliches Einsparpotenzial von bis zu 28.000 Tonnen CO₂, was dem Ausstoß einer Kleinstadt entspricht.

„Für uns ist klar: Wenn wir den Wandel zur klimafreundlichen Logistik schaffen wollen, brauchen wir Lösungen, die im Alltag funktionieren – über Landesgrenzen hinweg und ohne Einschränkungen beim Serviceversprechen“, sagt Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Spedition Dettendorfer.

www.man.eu

www.dettendorfer.de

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