Ausbildung: Neues VNL-Schema für den Intermodalen Verkehr

Für das Verkehrssystem der Zukunft fehlten in Österreich bisher eine adäquate Lehrinhalte – doch jetzt macht der VNL Nägel mit Köpfen.

Ausbildung: Neues VNL-Schema für den Intermodalen Verkehr Bild: ÖBB Infrastruktur

Die Bezeichnung „Intermodaler Verkehr“ bezieht sich auf eine Transportkette, bei der zwei oder mehrere Verkehrsträger zur Beförderung von Gütern eingesetzt werden. Der Begriff findet sich in allen verkehrspolitischen Zielsetzungen. Doch es fehlt in Österreich die spezielle Ausbildung dafür. Weder an den Universitäten und Fachhochschulen noch im Rahmen der speditionellen Berufsausbildung und an den Handelsakademien wurden die damit verbundenen Sachverhalte bisher ausführlich behandelt. Die Ausbildung für das Verkehrssystem der Zukunft ist zu gering, warnen Experten seit Jahren. Das soll sich im Herbst 2025 ändern.

Impulsgeber dafür war und ist der Verein Netzwerk Logistik (VNL). Seine Intermodal-Spezialisten haben in den letzten zwei Jahren im Auftrag der Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (SCHIG mbH) als vorgelagerter Stelle des BMIMI ein umfangreiches Ausbildungsschema entwickelt. Das geschah mit Unterstützung durch die FH OÖ in Steyr unter Begleitung durch VNL-Vorstandsmitglied Kurt Leidinger, den Intermodal-Spezialisten DI Erich Possegger, und den Fensterproduzenten Internorm als Partner aus der Praxis. Zahlreiche Experteninterviews bestätigten den Standpunkt der Initiatoren, „dass hier dringend etwas geschehen muss“, wie es Kurt Leidinger formuliert.

Entstanden ist ein Ausbildungsschema in vier Stufen. Das Modul „Awareness“ beleuchtet, warum es den „Intermodalen Verkehr“ braucht und was das bewirken kann. Bei „Intermediate“ erhalten die Teilnehmer einen Einblick in die Funktionsweise von verkehrsträgerübergreifenden Logistikketten. In der Stufe „Advanced“ stehen fortgeschrittene Themen auf dem Lehrplan. Bei „Expert“ behandeln spezielle Arbeitskreise aktuelle Themen wie zum Beispiel die Folgen der Energiepreise oder Maßnahmen zur Abfederung der Mehrbelastungen – hervorgerufen zum Beispiel durch die Umleitungen im Zusammenhang mit der Modernisierung der europäischen Schieneninfrastrukturen. Die ersten drei Module werden u.a. an Mittelschulen, AHS; HAK und HTL sowie Fachhochschulen und Universitäten zur Verfügung gestellt. Die 4. Stufe der „Expert“-Inhalte werden in den Spezialseminaren des VNL im VNL-Campus abgebildet.

Intermodal sei noch kein selbsterklärendes Vokabel, müsse es aber werden, befindet Kurt Leidinger im Gespräch mit der Österreichischen Verkehrszeitung. Für ihn hat das System drei große Hebel. Punkt eins betrifft die Nachhaltigkeit in Form von zumindest 80 Prozent CO2-Einsparungen im Vergleich zum Straßengüterverkehr. Gleichzeitig entstehen familienfreundlichere Arbeitsbedingungen für die Lkw-Fahrer. Faktor Nummer drei sind die deutlich geringeren externen Kosten, verursacht durch Lärm, Abgase und lange Straßentransporte. Darüber hinaus fügen sich getaktete Intermodalverkehre optimal in unternehmens- und länderübergreifende Supply Chains ein. Das und einiges mehr überzeugt auch die Experten im BMIMI, allen voran den Logistikbeauftragten DI Franz Schwammenhöfer.

www.vnl.at