CBAM birgt Stolpersteine für importierende Firmen

Der Zollabwickler Customs Support Group ortet fünf Fallen, in die Anwender des CO2-Grenzausgleichsmechanismus tappen können.

CBAM birgt Stolpersteine für importierende Firmen Bild: Customs Support Group

Seit 1. Jänner 2026 ist der „Carbon Border Adjustment Mechanism“ (CBAM) vollständig in Kraft und betrifft erstmals auch kleinere Unternehmen, die CO₂-intensive Waren in die EU importieren. Für Produkte wie Stahl, Aluminium, Zement, Dünger oder Elektrizität muss jetzt der eingebettete CO₂-Ausstoß nachgewiesen und bepreist werden.

Unternehmen sind verpflichtet, Emissionsdaten ihrer Lieferanten zu erfassen und in einem EU-zertifizierten Berichtssystem (CBAM Transitional Registry) zu melden. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und klimafreundlichere Lieferketten zu fördern. Für KMU bedeutet das vor allem höheren Dokumentationsaufwand, engere Abstimmung mit Lieferanten und mögliche Kostensteigerungen.

Unternehmen, die jährlich mehr als 50 Tonnen CBAM-Waren importieren, sollten ihren Antrag auf den Status als zugelassene CBAM-Anmelder bis zum 31. März 2026 eingereicht haben. Diese Zulassung ist entscheidend, um den ununterbrochenen Import von CBAM-Waren in die EU zu gewährleisten.

Laut John Wegman, CEO der Customs Support Group, entwickelt sich CBAM damit von einer reinen Berichtspflicht zu einem operativen Steuerungsinstrument, das tief in Zoll-, Lieferketten- und Finanzprozesse eingreift. Die CSG hat fünf typische Schwachstellen identifiziert, die Unternehmen adressieren sollten:

Erstens wird CBAM oft als technische Meldeaufgabe betrachtet, während es in der Praxis klare Verantwortlichkeiten über verschiedene Bereiche hinweg erfordert. Fehlende Abstimmungen zwischen Zoll, Beschaffung, Nachhaltigkeit und Finanzen können zu uneinheitlicher Berichterstattung und erhöhtem Fehlerrisiko führen.

Zweitens ist die korrekte Klassifizierung von Waren entscheidend. Fehler bei der Zuordnung von Zolltarifnummern können zu falschen Meldungen und Verzögerungen führen. Unternehmen sollten regelmäßig Ursprung, Klassifizierung und CBAM-Pflichten überprüfen.

Drittens sollten Unternehmen, die den Schwellenwert von 50 Tonnen überschreiten, den Status als zugelassene CBAM-Anmelder rechtzeitig beantragen. Versäumnisse können zu Verzögerungen, Strafen oder sogar Einfuhrsperren führen.

Viertens haben viele Unternehmen die finanziellen Auswirkungen von CBAM nicht ausreichend quantifiziert. Der Erwerb von Zertifikaten wird sich direkt auf die Importkosten auswirken. Unternehmen sollten die veröffentlichten CBAM-Richtwerte nutzen, um ihr Risiko zu bewerten.

Fünftens können fehlerhafte Meldungen zu Nacharbeiten und Geldstrafen führen. CBAM sollte als kontinuierlicher Prozess betrachtet werden, der regelmäßige Überprüfungen erfordert.

„CBAM ist kein theoretisches Reporting-Projekt, sondern ein operativer Stresstest für Zoll-, Lieferketten- und Datenprozesse. Nicht die Regeln selbst, sondern ihre Umsetzung entscheidet darüber, ob Unternehmen Risiken beherrschen oder unnötige Kosten tragen“, betont John Wegman.

Die Customs Support Group (CSG) ist Europas führender unabhängiger Abwickler von Zollabfertigungs- und Handelslösungen. Das Unternehmen mit Sitz in Rotterdam ermöglicht nahtlose grenzüberschreitende Abläufe durch moderne digitale Innovation und tiefgehende Branchenexpertise.

Mit Präsenz in 14 europäischen Ländern an strategisch wichtigen Standorten bietet CSG das umfassendste Spektrum an Zolldienstleistungen am Markt. Mehr als 60.000 Kunden vertrauen auf ein Team von 1.700 engagierten Zollexperten. Diese unterstützen dabei, operative Effizienz und regulatorische Compliance in einem zunehmend komplexen Handelsumfeld zu steigern.

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