Area Süd: Leidenschaftsprojekt für die Zukunft

Die Weichen sind gestellt: Die Unternehmen in Kärnten und Steiermark setzen große Erwartungen in die Koralmbahn.

Area Süd: Leidenschaftsprojekt für die Zukunft Bild: Florian Wieser / Von links: WK Bezirksgruppenobmann von Deutschlandsberg Manfred Kainz, Karl-Heinz Derschnoscheg, Direktor der Wirtschaftskammer Steiermark, Moderatorin Claudia Reiterer, Wirtschaftslandesrat Steiermark Willibald Ehrenhöfer, Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, Daniela Müller-Mezin, Obfrau der Sparte Information und Consulting in der WKO Steiermark und GF u.a. von Müllex-Umwelt-Säuberung-GmbH und Jerich Trans, Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon, Manuela Waldner, Vorständin der ÖBB, Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, Wirtschaftslandesrat Kärnten Sebastian Schuschnig, Meinrad Höfferer, Direktor der Wirtschaftskammer Kärnten und WK Bezirksobmann von Wolfsberg Gerhard Oswald.

Die neu entstehende Area Süd ist eine Jahrhundertchance für die Bundesländer Kärnten und Steiermark. Daraus soll mehr Erfolg für die Menschen und für die Wirtschaft werden. Das war die Kernaussage bei der Präsentation des Wirtschaftsraums am Montag im Justizcafe Wien.

Am 14. Dezember wird der erste Personenzug auf der 130 Kilometer langen Koalmbahn fahren. Die Strecke ist auf bis zu 250 km/h Höchstgeschwindigkeit ausgelegt. Die Logistik für die Realisierung dafür muss ein Hammer gewesen sein.

Mag. Manuela Waldner, CFO und Mitglied im Vorstand der ÖBB, betont die Tragweite des Projekts: „Es ist das Ziel, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die ÖBB Rail Cargo Group fährt jetzt schon international. Die Koralmbahn ist ein wichtiges Puzzlestück entlang der Baltisch-Adriatischen-Achse – von der Adria bis zur Ostsee.“

„Es verschwinden Grenzen, der Horizont verschiebt sich. So können sich die Bundesländer Kärnten und Steiermark gemeinsam entwickeln. Es entsteht ein neuer starker Wirtschaftsraum“, sind die Vertreter der Wirtschaft einig.

Es entsteht der zweitgrößte Wirtschaftraum mit mehr als 1,8 Mio. Menschen in Österreich. Kärnten und die Steiermark sind sehr exportstark und haben leistungsfähige Unternehmen. Aber beide Bundesländer brauchen gute Verkehrsanbindungen und einen qualifizierten Zuzug, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für die Unternehmen eröffnen sich neue Wege und verkürzten sich die Logistikabläufe. Bahnachsen seien Wachstumstrassen. Dazu gehöre aber auch der Ausbau des Güterterminals in Fürnitz, bemerkt Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten.

Die Wirtschaftslandesräte Willlibald Ehrenhöfler (Steiermark) und Sebastian Schussnig (Kärnten) sind sich einig, dass die Koralmbahn beide Bundesländer in der Gesamtheit mitnehmen muss. Infrastruktur sei die Lebensader der Wirtschaft. Beide Politiker erwarten sich erste Ansiedlungen in den nächsten fünf Jahren.

150.000 Unternehmen mit 770.000 Mitarbeitenden und etwa 70 Mrd. EUR Wirtschaftsleistung setzen große Erwartungen in die Koralmbahn. Ihre Verantwortlichen bewerten die Koopeation von Kärnten und Steiermark größtenteils positiv. Man erwartet sich aber auch eine Zusammenarbeit der Bundesländer in der Verwaltung. Jetzt müsse sich die Area Süd international positionieren.

Politische Maßnahmen, die aus Sicht der Unternehmen notwendig sind, sollten ergänzende Gütertrassen zu der neuen Hauptstrecke sein. Betont wird der Stellenwert einer guten logistischen Erreichbarkeit, denn Infrastruktur ruft nach weiterer Infrastruktur.

Dr. Susanne Herlitschka, CEO Infineon Technologies Austria: „Wir alle sind Zeugen von einem Jahrhundertprojekt für einen Super-Wirtschaftsraum. Wir haben in Villach und Graz zusammen rund 5.500 Beschäftigte. Die Koralmbahn erleichtert ihnen die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens.“ Es entstehe ein Super-Cluster mit einer tollen internationalen Anbindung.

Für die Transportwirtschaft sei das eine Win-Win-Situation. Es entstünden schnellere Verbindungen nach Fürnitz, Koper und Triest. Allerdings müsse auch der Ausbau der A9 südlich von Graz rasch umgesetzt werden, ergänzt Daniela Müller-Mezin in ihrer Funktion als Spartenobfrau in der Wirtschaftskammer Steiermark.

Ganz oben auf der Liste befinden sich laut einer Umfrage der neue Bosruck-Eisenbahntunnel, die Weiterentwicklung beziehungsweise der Ausbau von Güterverkehrszentren und eine neue Güterverkehrsstraße zur Wörthersee-Umfahrung. Auch der viergleisige Bahnausbau zwischen Graz und Bruck an der Mur sowie Lärmschutzmaßnahmen entlang der Wörthersee-Trasse werden gefordert.

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