Binnenhäfen als Schlüssel für strategische Mobilität

Der Europäische Verband der Binnenhäfen fordert eine integrative europäische Hafenstrategie, um das Potenzial der Binnenhäfen auszuschöpfen.

Binnenhäfen als Schlüssel für strategische Mobilität Bild: EFIP

Die European Federation of Inland Ports (EFIP) begrüßt die Entwicklung einer europäischen Hafenstrategie. Gleichzeitig fordert die Interessensgemeinschaft die politischen Entscheidungsträger auf, die Rolle der Binnenhäfen als Schlüsselfaktoren für grüne Logistik, Klimaanpassung und strategische Mobilität voll zu integrieren.

EFIP fordert eine zukunftsorientierte Strategie, die den entscheidenden Beitrag der Binnenhäfen zum europäischen Green Deal, Clean Industrial Deal und den TEN-V-Prioritäten widerspiegelt. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören:

  • Rationalisierung des Genehmigungsverfahrens: Beschleunigte und harmonisierte Genehmigungsverfahren sind von entscheidender Bedeutung, um rechtzeitige Infrastrukturinvestitionen zu ermöglichen.
  • Reduzierung des Verwaltungsaufwands: Binnenhäfen – oft in öffentlichem Besitz und von bescheidener Größe – benötigen angemessene Berichtspflichten gemäß der CSRD und verwandten Vorschriften.
  • Verbesserung des Zugangs zu Fördermitteln: EFIP drängt auf die Schaffung eines eigenen Finanzrahmens für die Connecting Europe Facility (CEF) für kleine und mittelgroße Projekte sowie auf mehr Transparenz im Auswahlprozess.
  • Verbesserung der Klimaresilienz: Häfen sind zunehmenden Klimarisiken wie Dürren und Überschwemmungen ausgesetzt. Die Hafenstrategie muss Leitlinien zur Klimaanpassung und zum Aufbau von Resilienz bieten.
  • Stärkung der militärischen Mobilität und Sicherheit: Binnenhäfen sind für die europäische Verteidigungslogistik von entscheidender Bedeutung. EFIP fordert frühzeitige Konsultationen zu Dual-Use-Infrastrukturen und strengere Richtlinien für Cybersicherheit und physische Sicherheit.

„Die Binnenhäfen sind bereit, ihren Beitrag zur Verwirklichung der europäischen Ziele für ein umweltfreundlicheres, widerstandsfähigeres und sichereres Verkehrsnetz zu leisten. Aber wir können es nicht allein schaffen“, stellt EFIP-Direktor Turi Fiorito klar. „Die neue europäische Hafenstrategie muss die Binnenhäfen einbeziehen und die notwendigen Instrumente, Finanzmittel und Flexibilität bieten, um die bevorstehenden Herausforderungen zu meistern.“

Die European Federation of Inland Ports (EFIP) vertritt fast 200 Binnenhäfen und Hafenbehörden in 19 EU-Mitgliedstaaten sowie in der Schweiz, Serbien und der Ukraine. Zu den Mitgliedern zählt unter anderen die Interessensgemeinschaft öffentlicher Donauhäfen Österreich (IGÖD). Der Interessensverband betont und fördert die Rolle der europäischen Binnenhäfen als intermodale Knotenpunkte in der Transport- und Logistikkette, die Binnenschifffahrt mit Schienen-, Straßen- und Seeverkehr kombinieren.

www.inlandports.eu

www.igoed.at

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