„In Zeiten des Fachkräftemangels müssen wir alles daransetzen, die Lehre attraktiv zu halten – besonders in dynamisch wachsenden Branchen wie der Logistik. Genau deshalb haben wir mit dem Brief- und Paketlogistiker einen neuen Lehrberuf geschaffen. Denn: Nur wenn die Lehre aktuell ist, bleibt sie für junge Menschen interessant“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Die Logistik ist ein Wirtschaftszweig mit enormem Wachstum und hohen Ansprüchen. Genau das spiegelt sich nun auch im Berufsbild wider. Die Post war von Anfang an eine aktive Partnerin bei der Entwicklung. Dass bereits im Herbst 124 Lehrlinge starten und die Post insgesamt 250 Lehrlingen in der Ausbildung eine Chance gibt, zeigt ihr Engagement im Bereich der Berufsausbildung.
Seit 1. Juli 2025 ersetzt der neue Lehrberuf Brief- und Paketlogistik den bisherigen Nah- und Distributionslogistiker. Das Berufsbild wurde vollständig modernisiert und in zwei klar definierte Schwerpunkte gegliedert: Logistikzentren und Distribution. Die Berufsbilder sind nun prozessorientiert aufgebaut und näher an der beruflichen Realität ausgerichtet.
Im Schwerpunkt Logistikzentren wurden insbesondere die Kompetenzbereiche Sendungen & Sortierung sowie Logistikzentrum & Transport geschaffen. Im Bereich Distribution kommen zusätzlich Inhalte wie Zustellung, Tourenplanung und administrative Aufgaben hinzu.
Seit 1. Juli gilt in Österreich das neue Lehrberufspaket. Im Zentrum steht die Neugestaltung der Berufsbilder von sechs Lehrberufen: Gleisbautechnik, Labortechnik, Maler- und Beschichtungstechnik, Medienfachkraft, Straßenerhaltungsfachkraft sowie Glas-Verfahrenstechnik, der aus einem erfolgreichen Ausbildungsversuch mit Adaptierungen an aktuelle technische Entwicklungen und einer kompetenzorientierten Lehrabschlussprüfung in das Regelsystem übernommen wurde.
Ergänzt wird das Paket durch den neuen Ausbildungsversuch Brief- und Paketlogistik. Diese Weiterentwicklungen bringen zeitgemäße Inhalte, neue Gliederungen und eine stärkere Praxisorientierung in die Ausbildung.
Zugleich wurden zahlreiche bestehende Berufsbilder – etwa Elektrotechnik, Mechatronik, Prozesstechnik und Reisebürokauffrau/Reisebürokaufmann – an aktuelle technologische und wirtschaftliche Entwicklungen angepasst. Auch die Modularisierung wird weiter ausgebaut, um individuelle Schwerpunkte in der Ausbildung zu ermöglichen – abgestimmt auf betriebliche Anforderungen und persönliche Interessen.
Fast 20.000 Lehrlinge – rund 18 Prozent aller Auszubildenden – profitieren direkt von den Neuerungen. Aktuell werden in Österreich rund 106.500 Lehrlinge in über 27.000 Betrieben ausgebildet – allein in Oberösterreich sind es über 22.000, also mehr als ein Fünftel aller Lehrlinge.