58. Bremer Kapitänstag: Klare Bekenntnisse zu den Häfen

Ohne stärkere Beteiligung des Bundes an den Kosten können die Umschlagplätze ihre Rolle als internationale Drehscheibe nicht erfüllen.

58. Bremer Kapitänstag: Klare Bekenntnisse zu den Häfen Bild: Bremische Häfen / Von links: Patrick Rehberg (BHV-Vorstandsmitglied), Stefan Schultze (BHV-Vorstandsmitglied), Dr. Christoph Ploß, MdB (Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus), Dr.-Ing. Patric Drewes (BHV-Präsidiumsmitglied), Senatorin Kristina Vogt (Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation), Petra Lüdeke (BHV-Geschäftsführerin), Jens Juknischke (BHV-Vorstandsmitglied), Kapitän Hans-Joachim Möller, Christoph Holtkemper (BHV-Präsidiumsmitglied und -Schatzmeister), Carsten Wendt (BHV-Vorstandsmitglied)

Schon zum 58. Mal hat die BHV – Bremische Hafen- und Logistikvertretung e.V. (BHV) im Auftrag des Bremer Senats vor Kurzem zum sogenannten „Kapitänstag“ eingeladen. Rund 300 Kapitäne, Vertreter der maritimen Wirtschaft und Politik sind am 5. September zu dieser Festveranstaltung in der Oberen Rathaushalle zusammengekommen.

Das traditionsreiche Treffen war erneut Bühne für klare Botschaften: Ohne eine deutlich stärkere Beteiligung des Bundes an den Hafenkosten können die Bremischen Häfen ihre Rolle als internationale Drehscheibe nicht sichern.

BHV-Präsidiumsmitglied Dr.-Ing. Patric Drewes eröffnete den Abend und machte deutlich: „Unsere Häfen sind nicht nur regionale Umschlagplätze – sie sind Lebensadern für die gesamte Republik. Sie sichern Versorgung, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Und zwar weit über Norddeutschland hinaus.“

Patric Drewes verwies dazu auf drei aktuelle Herausforderungen: Die milliardenschwere Sanierung der Bremerhavener Stromkaje, Rückgänge im Autoumschlag sowie große Unsicherheiten in der Projektladung. „Wenn wir hier nicht handeln, riskieren wir Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze“, warnte er.

Bremens Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, Kristina Vogt, betonte die bundesweite Bedeutung der Seehäfen: „Die Küstenländer tragen die Kosten, davon profitieren alle Bundesländer, vor allem die südlichen mit ihrem sehr hohen Wertschöpfungsanteil. Die eigentliche Wertschöpfung der Häfen findet längst nicht mehr nur an der Kaje, sondern in Industrie und Handel in ganz Deutschland statt.“

Mit Blick auf die Sanierung der Stromkaje forderte Kristina Vogt einen Hafenlastenausgleich von mindestens 400 Mio. EUR pro Jahr: „Der heutige Betrag von 38 Mio. EUR für alle deutschen Häfen zusammen ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Festredner Dr. Christoph Ploß, Mitglied des Deutschen Bundestags und Maritimer Koordinator der Bundesregierung, dankte den Kapitänen und ihren Crews für ihren Einsatz. Zu den Häfen führte er aus: „Die Häfen gehen nicht nur die norddeutschen Länder etwas an. Über sie läuft die Versorgung ganz Deutschlands.“

Christoph Ploß kündigte an, sich in Berlin für eine dauerhaft bessere Finanzierung der deutschen Seehäfen einzusetzen. Geplant seien 400 Mio. EUR für klimafreundliche Schifffahrt und Häfen im Bundeshaushalt sowie zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung. Hafenpolitik müsse in Deutschland ebenso wie in den Niederlanden oder Belgien als nationale Aufgabe verstanden werden.

Die BHV repräsentiert als Wirtschafts- und Interessenverband rund 220 überwiegend mittelständische Mitgliedsunternehmen aus der Logistik-, Hafen- und Transportwirtschaft aus dem Großraum Bremen und Bremerhaven. Dazu organisiert die BHV unter anderem den Kapitänstag, Fachdialoge sowie Arbeitsgruppen zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Weiterbildung und Personal. Als Partner der jährlich stattfindenden Messe LogisticsConnect bringt sie ihre Expertise im Bereich Breakbulk und Projektlogistik aktiv ein.

www.bhv-bremen.de

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