Letzte Woche konnten sich die Mitgliedstaaten der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) nicht auf globale Klimaschutzregelungen für die Schifffahrt einigen und haben ihre Entscheidung auf das kommende Jahr vertagt. Damit soll mehr Zeit für weitere Gespräche geschaffen werden. Wann genau die Verhandlungen fortgesetzt werden, ist unklar.
„Das ist ein Rückschlag. Ob im kommenden Jahr ein Konsens gelingt, bleibt stark zu bezweifeln“, sagt Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR). „Eine Pause kann helfen, aber sie darf nicht zum Dauerzustand werden. Wenn die Entscheidung immer weiter verschoben wird, droht der Prozess ganz stecken zu bleiben.“
„Die Schifffahrtsbranche hat seit Langem eine klare Position“, betont Martin Kröger: „Wir brauchen ein weltweites, einheitliches Regelwerk für den Klimaschutz in der Schifffahrt.“ Doch in der IMO entscheiden die Staaten, und während einige Länder wie die USA lautstark und mit großem Druck Stimmung gegen einen globalen Rahmen machten, blieb die EU zu leise.
„Gerade jetzt hätte die EU mit klaren Worten und der Bereitschaft, ihre regionalen Vorschriften an ein globales System anzupassen, das Ruder herumreißen können. Stattdessen blieb sie stumm und hat die Wechselstimmung einiger Staaten im Plenum komplett unterschätzt“, so Martin Kröger weiter.
Der VDR fordert, die Gespräche in der IMO zügig wieder aufzunehmen und eine Einigung auf einen weltweiten Rahmen für die Dekarbonisierung der Schifffahrt trotz der verkündeten Pause für das Abkommen dennoch zu erreichen. „Die Schifffahrt ist global und der Klimaschutz in der Schifffahrt muss es auch sein“, betont der VDR-Präsident.
