Trassenpreise vertreiben Fracht von der Schiene

Warnung vor Abwärtsspirale in der Bahnlogistik. Gemeinwohlorientiertes Grenzkostenmodell als Reformvorschlag.

Trassenpreise vertreiben Fracht von der Schiene Bild: pixabay

Die massiv gestiegenen Trassenpreise im Schienengüterverkehr führen laut Verband „Die Güterbahnen“ zu einer spürbaren Verkehrsverlagerung auf die Straße. Wie die Interessenvertretung der privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen berichtet, hat sich derTrassenpreis von Ende 2023 bis Anfang 2025 mehr als verdoppelt.

Demnach fordert die DB InfraGO für die Fahrplanperiode 2025/26 einen Preis von 5,02 EUR pro Kilometer. Selbst mit Trassenpreisförderung müssten die Bahnen 4,06 EUR zahlen. „Güterbahnen“-Geschäftsführer Peter Westenberger warnt deshalb vor einem „Trassenpreiskollaps”.

Die stark gestiegenen Kosten lösten eine fatale Dynamik aus: Sinkende Zugzahlen führten zu Einnahmeverlusten, auf die wiederum mit weiteren Preissteigerungen reagiert werden müsste.Bereits jetzt sei ein vermehrter Wechsel auf den Lkw zu beobachten, stellt Peter Westenberger fest.

Das habe negative Folgen für Klima, Verkehrssicherheit und Stauaufkommen. „Zudem erreicht der Trassenpreisanteil an den Produktionskosten im Schienengüterverkehr inzwischen 15 bis 27 Prozent“, rechnet der „Güterbahnen“-Chef vor.

Als Gegenmodell präsentierte der Verband ein umfassendes Reformkonzept. Kern ist die Umstellung auf ein Grenzkostenmodell: Schienennutzer zahlen nur die Kosten, die unmittelbar durch eine Fahrt entstehen. Der Preis soll auf rund 2 EUR pro Kilometer begrenzt werden.

Zudem umfasst der Vorschlag eine gesetzliche Festlegung der Trassenpreise für jeweils fünf Jahre durch Bundestag und Bundesrat, dynamisiert durch sektorspezifische Inflation. Die staatlichen Mittel sollen gebündelt und der Finanzierungsbedarf von rund 1 Mrd. EUR jährlich über direkte Zuschüsse an die DB InfraGO abgedeckt werden.

https://die-gueterbahnen.com

Die Güterbahnen
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