Transporteure arbeiten meist im „roten Drehzahlbereich“

Fachgruppenobmann Günther Reder bekräftigt den hohen Stellenwert des Straßengüterverkehrs für erfolgreiches Wirtschaften und Wohlstand.

Transporteure arbeiten meist im „roten Drehzahlbereich“ Bild: WOLFstudios - Wolfgang W. Luif / (v.l.) GF Christian Strasser und Transporteure-Obmann Günther Reder mit seinen Stellvertretern Michael Hofstädter und Hubert Schlager.

In den Pandemie-Tagen zu Jahresanfang noch als Helden der Krise geschätzt, weil sie selbst unter widrigen Bedingungen mit zuverlässiger Güterversorgung das Land in Schwung gehalten haben, bläst den heimischen Transporteuren mittlerweile wieder ein rauerer Wind ins Gesicht.

Obwohl die geschäftliche Entwicklung der Branche in vielen Bereichen sehr positiv ist – Wirtschaftsforscher prognostizieren bis 2040 ein weiteres gewaltiges Transportwachstum – sieht Fachgruppenobmann Günther Reder schwierige Herausforderungen, zumal es den Unternehmen schon jetzt schwer fällt, ausreichende Personalkapazität dafür ans Lenkrad zu bekommen.

Termindruck in der Lieferkette – „wir arbeiten meist im roten Drehzahlbereich total auf Anschlag“ – und mangelnde Wertschätzung für die „Kapitäne der Landstraße“ sind ein Hauptproblem. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, Rund die Hälfte aller Lenker ist älter als 50 Jahre, der Anteil der Unter-30-Jährigen liegt unter der 10-Prozent-Marke.

Das will Günther Reder u.a. durch Imagebildung verbessern: „Wir müssen selbstbewusst bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksam machen, dass ohne unsere verlässliche Versorgungsleistung die Wirtschaft still steht und somit auch kein Wohlstand garantiert ist.“

Zur Lösung des Fachkräfteproblems in der Branche ist für Günther Reder u.a. ein einfacher und attraktiverer Zugang zum Lenkerberuf erforderlich. Konkret empfiehlt er dafür eine praktikable L17-Lösung für den C-Führerschein. Auch der bewusst hohe aktuelle Kollektivvertragsabschluss (Erhöhung etwa 5 Prozent) sollte als Signal positive Wirkung zeigen.

„BIP-Wachstum lässt sich nicht von Transportwachstum entkoppeln“, stellt Günther Reder klar. Ebenso biegt er den Irrglauben von der Verlagerung auf die Schiene zurecht. Laut einer Studie der WU sind maximal 10 Prozent des bis 2040 prognostizierten Transportwachstums auf die Schiene verlagerbar. Auf welchem „Alternativweg“ will man die restlichen 90 Prozent abwickeln, stellt er als Frage in den Raum.

Als „Quick-Wins“ für den Klimaschutz im Transport wären aus Günther Reders Sicht in einer Übergangsphase Maßnahmen wie Lang-Lkw, effiziente Anpassungen bei den Lkw-Maßen und -Gewichten und Stilllegungsprämien für den Austausch älterer Fahrzeuge durch modernste Euro-6-Fahrzeuge vorstellbar. Auch der Eindämmung zahlloser regionaler Lkw-Fahrverbote, die laut TU-Studie durch dann nötige Umwege zu 25 Prozent mehr CO2-Emissionen führen, sollte sich die Politik nicht weiterhin kategorisch verschließen.

Dies insbesondere im Hinblick darauf, dass mit der beschlossenen CO2-Bepreisung ab nächstem Jahr und der NoVA für Kleintransporter neue steuerliche Belastungen auf die Transportwirtschaft zukommen. Zu deren Abfederung für den Wirtschaftsverkehr fordert der Fachgruppenobmann entsprechende Ausgleichsmaßnahmen als Pendant zum „Klimabonus“, den Privatpersonen erhalten werden.

www.wko.at

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