Kürzlich trafen sich die Mitglieder ERFA Gleisanschluss-Gruppe Bayern zum Workshop und anschließender Betriebsgeländebesichtigung bei der Logistik Wiesböck GmbH und der Johann Dettendorfer Spedition Ferntrans GmbH & Co. KG. Die Veranstaltung bot den verladenden Unternehmensvertretern die Möglichkeit, sich zum jeweiligen Tagesgeschäft und den Herausforderungen rund um den eigenen Gleisanschluss auszutauschen sowie die benachbarten Betriebsgelände der Unternehmen zu besichtigen.
Die Logistik Wiesböck GmbH verfügt am Standort des ehemaligen Zementwerks Kiefersfelden über ein Güterterminal, das mit der bereits bestehenden Anschlussbahn zu einem neuen Umschlagzentrum ausgebaut wurde. Das rund 20.000 m² große Areal und eine breit gefächerte Umschlagtechnik sorgen für gute Andockmöglichkeiten mit schneller Abfertigung der Anliefer- und Abholfahrzeuge. Zudem gibt es große Kapazitäten zur Zwischenlagerung von Massengütern.
Geschäftsführer Helmut Wiesböck gab bei einer Führung Einblicke in den eigenen Bahnbetrieb, beim Umgang mit dem betriebseigenen Einzelwagenverkehr sowie zum Thema Service mit eigenen Lokomotiven und Fahrzeugen. „Die marode Infrastruktur des Schienennetzes und die daraus resultierenden Baustellen führen zu deutlichen Einschränkungen der Kapazitäten. Die mangelnde Kommunikation der DB InfraGO im Baustellenmanagement zieht zudem weitere Qualitätsstörungen nach sich“, beklagte er.
Co-Gastgeber Johannes Dettendorfer jun. bestätigte die Ausführungen von Helmut Wiesböck: Aufgrund häufiger Störungen im System und den daraus resultierenden Verspätungen im Intermodalen Verkehr gehe immer mehr Transportvolumen zurück auf die Straße. Zudem seien kurze Distanzen aufgrund der hohen Hauptlaufkosten ökonomisch nicht realisierbar, sagte er. Zuletzt verlagerte die Dettendorfer Spedition in Kiefersfelden jährlich 2.500 Lkw von der Straße auf die Schiene, die letzte Meile erfolgt „Just in sequence.“
