Der Linz Airport ist ein Militärflughafen mit ziviler Nutzung. Der zivile Teil wird von der Flughafen Linz GesmbH betrieben, die je zur Hälfte im Eigentum vom Land OÖ und der Stadt Linz steht. In den Militärflughafen wird seitens des Verteidigungsministeriums im Rahmen des „Aufbauplans 2032+“ massiv investiert. So wurde am vergangenen Wochenende der Ankauf von zwölf Leonardo-Jets als Ersatz für die ausgemusterten Saab 105 fixiert, die in Linz-Hörsching stationiert werden.
Zugleich steht der zivile Teil vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Eigentümer Land OÖ und Stadt Linz haben sich klar zum Flughafen Linz bekannt, auch seitens der Wirtschaft wurde Unterstützung angekündigt. Vor diesem Hintergrund hat das Land OÖ Univ.-Prof. Dr. Teodoro D. Cocca von der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) mit einer Analyse der volkswirtschaftlichen und regionalen Bedeutung des Flughafen Linz beauftragt. Die nun vorgelegte Studie enthält folgende Kernaussagen:
1) Die gesamte direkte, indirekte und induzierte regionale Bruttowertschöpfung der am Flughafen Linz angesiedelten Betriebe mit flugnahen Dienstleistungen beträgt für das Jahr 2024 geschätzte 129 Mio. EUR.
2) Der Wertschöpfungsmultiplikator wird für den Flughafen Linz auf 0,71 geschätzt, d.h. pro am Flughafen Linz erwirtschafteten EUR werden zusätzliche 0,71 EUR in anderen Wirtschaftssektoren der Region erwirtschaftet.
3) Alle am Flughafen Linz angesiedelten Betriebe mit flugnahen Dienstleistungen schaffen (direkt, indirekt und induziert) Arbeit für schätzungsweise rund 2.234 Beschäftigte (bzw. 1.713 Vollzeitäquivalente).
4) Der Beschäftigungsmultiplikator wird für den Flughafen Linz auf 0,90 geschätzt, d.h. jede Vollzeitstelle am Flughafen Linz sichert weitere 0,90 Vollzeitstellen in anderen Wirtschaftssektoren der Region.
5) Die gesamten durch den Flughafen und allen dort angesiedelten Betrieben mit flugnahen Dienstleistungen generierten Steuereinnahmen betragen für das Jahr 2024 geschätzte 51 Mio. EUR.
6) Bei einem ausgeglichenen Ergebnis der Flughafen GesmbH würde die gesamte geschätzte direkte, indirekte und induzierte regionale Wertschöpfung der am Flughafen Linz angesiedelten Betriebe mit flugnahen Dienstleistungen auf schätzungsweise rund 148 Mio. EUR steigen.
7) Die fiskalischen Einnahmen für die öffentliche Hand würden in diesem Szenario (6) auf geschätzte 58 Mio. EUR steigen.
8) Der Flughafen Linz leistet sowohl gemessen an den damit verbundenen Arbeitsplätzen wie auch an der Bruttowertschöpfung einen relevanten Beitrag zur volkswirtschaftlichen Entwicklung des Bundeslandes Oberösterreich, selbst wenn seine betriebswirtschaftliche Rentabilität begrenzt bleibt.
9) Eine Förderung des Flughafen Linz durch die öffentliche Hand lässt sich aufgrund der positiven ökonomischen Effekte für die Region Oberösterreich rechtfertigen.
Mit 53.000 Tonnen Frachtaufkommen im vergangenen Jahr 2024 ist der Flughafen Linz nach Wien-Schwechat der zweitgrößte Frachtflughafen Österreichs. Diese Rolle spiegelt sich auch in der Einbindung etwa in der OÖ. Logistikstrategie #upperLOGISTICS2030‘ wider. Im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Flughafens wird dieser künftig noch stärker in den verschiedenen Landesstrategien verankert.
„Für Oberösterreich als das führende Industrie- und Exportbundesland der Republik und zugleich auch als attraktives Tourismusland ist der Flughafen Linz eine unverzichtbare Logistik- und Infrastruktureinrichtung. Er ist nicht nur ein wesentlicher Standortfaktor für die exportorientierte Industrie- und Wirtschaftskraft unseres Bundeslandes, sondern er sichert auch Arbeitsplätze in der gesamten Region und schafft Wertschöpfung und Steuereinnahmen“, stellt Wirtschafts-Landesrat und Flughafen Linz-Aufsichtsratsvorsitzender Markus Achleitner fest.
