Hafen Antwerpen-Brügge schwimmt auf der Stahlwelle

Die mittlerweile sechs Stahl-Service-Center haben sich zu einer USP für das belgische Seehafen-Doppel entwickelt.

Hafen Antwerpen-Brügge schwimmt auf der Stahlwelle Bild: Hafen Antwerpen

In Europa ist der Hafen Antwerpen-Brügge einer der bedeutendsten Knotenpunkte für den Import und Export von Stahl. 2024 hat der Eisen- und Stahlumschlags im Vergleich zum Jahr davor um 3,7 Prozent auf 8,9 Mio. Tonnen zugenommen. „Rund 75 Prozent der Stückgutmenge, die bei uns be- und entladen wird, entfällt auf Stahl“, teilt Jean-Luc Helsmoortel, Key Account Manager International Business am Port of Antwerp-Bruges, in einem Interview mit der Österreichischen Verkehrszeitung mit.

Dabei habe sich das Geschäft mit dem eisenhältigen Werkstoff im Verlauf der Jahre „gedreht“: Hatten die Exporte von Stahl früher 60 Prozent und die Importe 40 Prozent ausgemacht, „ist es jetzt genau umgekehrt mit 60 Prozent Import und nur noch 40 Prozent Export“, teilt Jean-Luc Helsmoortel mit. 1,5 Mio. Tonnen würden per Container verschifft.

Heuer rechnet der Manager mit leicht steigenden Importzahlen. Das Exportvolumen bei Stahl wiederum sei stark von der Entwicklung in den USA abhängig – für den Hafen Antwerpen-Brügge ein Markt von großer Bedeutung.

„Da kann Präsident Donald Trump sagen, was er will: Es gibt in den USA eine Reihe von Industrien, die auf Qualitätsstahl aus Europa angewiesen sind“, macht Jean-Luc Helsmoortel aufmerksam. Das Geschäft werde also weiterlaufen, „trotz der hohen Zollbelastung von 50 Prozent.“ In Nordamerika seien freilich auch Kanada und Mexiko wichtige Märkte.

Im Hafen Antwerpen-Brügge gibt es sechs Stahl-Service-Center, wo Kunden Coils schneiden lassen können. Die jüngste derartige Anlage hat der Logistikdienstleister Zuidnatie im Juni eröffnet. 13,5 Mio. EUR wurden investiert.

„Damit reagiert das belgische Unternehmen auf die wachsende Nachfrage nach integrierten Lösungen für die Stahlverarbeitung. Schwere Stahlcoils, die per Schiff ankommen, werden nun vor Ort geschnitten und direkt an die Endverbraucher geliefert, wodurch unnötige Transporte entfallen, CO2-Emissionen reduziert und die Effizienz gesteigert werden“, erklärt Jean-Luc Helsmoortel.

Mit den Stahl-Service-Centern verfüge der Port of Antwerp-Bruges über eine USP, denn in dieser Konzentration gebe es nichts Vergleichbares. Das schlage sich auch in zusätzlichen Betriebsansiedlungen und damit in der Schaffung von Arbeitsplätzen positiv nieder, so der Manager.

www.portofantwerpbruges.com

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