Die EU-Wirtschafts- und Finanzminister haben gestern die Aufhebung der Zollfreigrenze von 150 EUR für Pakete aus Drittstaaten beschlossen. Für Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl ist das ein entscheidender Schritt hin zu mehr Fairness im europäischen Handel.
„Das Ende der Zollfreigrenze ist wichtig und verhindert, dass zunehmend der Wettbewerb verzerrt wird und Billigimporte unseren Markt überfluten. Billige Warenimporte unter dem Radar gefährden unsere heimischen Betriebe, untergraben Standards und verzerren den Markt“, kommentiert Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Die 150-EUR-Zollbefreiung hat laut EU-Kommission vor allem den Onlinehandel aus Drittstaaten begünstigt: 2024 kamen rund 91 Prozent aller E-Commerce-Importe unterhalb dieser Grenze aus China – das entspricht mehr als 4 Milliarden Sendungen. Der Handelsverband beziffert den wirtschaftlichen Schaden für Österreich auf bis zu 4,5 Mrd. EUR jährlich.
„Der Wegfall der 150-EUR-Zollfreigrenze stellt sicher, dass alle Marktteilnehmer unter vergleichbaren Bedingungen agieren können und faire Wettbewerbsbedingungen gewährleistet bleiben. Das stärkt nicht nur unsere Wirtschaft, sondern schützt auch die Konsumentinnen und Konsumenten vor gefährlichen Produkten mit mangelnder Qualität“, betont Staatssekretärin Eibinger-Miedl.
Wolfgang Hattmannsdorfer sieht die Entscheidung auch als industrie- und standortpolitisches Signal: „Europa muss sich vor Dumpingstrategien schützen – die heutige Entscheidung ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die europäische Wirtschaft zu stärken und faire Bedingungen für alle zu schaffen. Denn wer in Europa produziert, darf im globalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden.“
