Gemeinsam mit Rhomberg Bau betreibt der Beschlägehersteller Blum beim Werk 7 in Dornbirn die Anschlussbahn Stöcken, um Waren auf der Schiene direkt zum Terminal Wolfurt und von dort aus weiter zu transportieren. Momentan können auf 210 Metern Gleislänge acht Waggons und somit 16 Stück 40-Fuß-Seefrachtcontainer pro Tag abgewickelt werden.
Jetzt baut der Beschlägehersteller die Kapazitäten der Anschlussbahn Stöcken aus: Mit einem zweiten Gleis wird die Länge auf insgesamt 410 Meter beinahe verdoppelt. Durch diese Erweiterung erhöht sich nicht nur das Transportvolumen. Es wird künftig auch möglich sein, zusätzlich zu den üblichen Containern Lkw-Auflieger und Wechselaufbauten (WABs) für den Straßen- und Schienentransport zu verladen.
„Das bringt auf lange Sicht mehr Flexibilität in unsere Logistik“, erklärt Gerhard Humpeler, Mitglied der Blum-Geschäftsleitung, und fügt an: „Wir setzen damit ein klares Zeichen für den Schienenverkehr als nachhaltiges und zukunftsfähiges Transportmittel.“
Baustart für das zweite Gleis war am 3. Juni, die Fertigstellung ist für Ende Oktober geplant. Während dieser Zeit werden die Container mit Lkw zwischen Dornbirn und Wolfurt bewegt. Blum setzt dafür die hauseigenen, biogasbetriebenen Shuttles ein und arbeitet zusätzlich mit einem heimischen Frächter zusammen.
Die Anschlussbahn Stöcken ist eine der aktivsten, regelmäßig genutzten unter den über 500 Anschlussbahnen Österreichs. Im Jahr 2024 sind über den Gleisanschluss rund 220.000 Tonnen abgewickelt worden.
Ziel von Blum und Rhomberg Bau ist es, über die Anschlussbahn noch mehr Volumen abzuwickeln. Dazu braucht es aber die von den ÖBB angekündigte Erweiterung des Terminals in Wolfurt, dem zentralen Dreh- und Angelpunkt für den Güterverkehr in Vorarlberg.
Schon heute befördert Blum rund 35 Prozent seiner Produkte per Bahn zu den Kunden. Zudem erreichen rund 100.000 Tonnen Baumaterial auf diesem Weg jedes Jahr das Ressourcen Center Rheintal von Rhomberg Bau.
„Neben zusätzlichen Kapazitäten benötigen wir auch einen entsprechenden Schienenausbau. Zudem muss die Gleisinfrastruktur in Deutschland und der Schweiz verbessert werden“, fordert Gerhard Humpeler. Nur so könne Blum das erklärte Ziel erreichen, die Quote der nachhaltig per Schiene versendeten Waren auf über 50 Prozent zu erhöhen.
