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Beschaffungsplattform Kreatize drängt in die österreichische Industrie

Die B&C Innovation Investments (BCII) und der Industrielle Martin Ohneberg investieren gemeinsam einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in das Unternehmen

Beschaffungsplattform Kreatize drängt in die österreichische Industrie Bild: Benjamin Ludigs, BC Group

Die Beschaffung von industriellen Bauteilen ist oftmals ein aufwendiger, langwieriger und kostenseitig intransparenter Prozess. Kreatize bietet Kunden als digitalisierter Beschaffungspartner Zugang zu industriellen Maschinenbauteilen aus Metall oder Kunststoff. Mittels einer eigens patentierten und mit Künstlicher Intelligenz ausgestatteter Software wird der gesamte Prozess von der Bestellung bis zur Lieferung vollautomatisch abgewickelt.

B&C und der Unternehmer Martin Ohneberg unterstützen nun die Expansion der in Berlin ansässigen Kreatize GmbH, um den weiteren Ausbau ihrer digitalen Beschaffungslösung in Österreich und auch Europa zu ermöglichen. Dem Unternehmen fließt dabei ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag im Rahmen einer Kapitalerhöhung zu.

„Der digitale Beschaffungsansatz von Kreatize erschließt einen klar messbaren Mehrwert für den industriellen Einkauf von Maschinenbauteilen. Kreatize hat schon über die letzten Jahre starkes Wachstum gezeigt und wir sind vom weiteren Potenzial und der Relevanz für die österreichische Industrie überzeugt. Gerade jetzt, in der Zeit nach dem Shutdown durch die Covid19-Pandemie, ist ein rascher, kostenoptimierter Produktionshochlauf der Industrie entscheidend für den Standort“, sagt B&C-Geschäftsführer Thomas Zimpfer.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2016 hat sich die B&C Innovation Investments an sieben Technologie- und Wachstumsunternehmen durch Direktinvestitionen beteiligt. Neben Kreatize werden Beteiligungen an TTTech, Flightkeys, Kinexon, Citrine, Frequentis und klarx gehalten. Die B&C-Gruppe ist als Mehrheitsaktionärin von Lenzing, AMAG und Semperit Österreichs größte unabhängige Industrieholding.

Martin Ohneberg, CEO des Vorarlberger Automotive Zulieferers Henn und Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg, geht davon aus, dass die Corona-Krise wirtschaftliche Veränderungen nach sich zieht und Unternehmen zwingt, auch ihre Beschaffungs- und Produktionsprozesse weiter zu digitalisieren. Durch das intelligente Geschäftsmodell und der bereits großen internationalen Lieferanten- und Kundenbasis werde Kreatize einem der zukünftigen Trends der „Glokalisierung“, also die Anpassung an lokale Märkte, gerecht, lautet seine Prognose.

Gegründet wurde Kreatize von Simon Tüchelmann (CEO) und Daniel A. Garcia Rodriguez (CTO) im Jahr 2015. Das Unternehmen konnte sich seitdem als führender Online-Anbieter von Bauteilen in Deutschland etablieren. Ziel ist es, den Maschinenbauunternehmen – dem Rückgrat der europäischen Wirtschaft – zu helfen, agiler, schneller und kosteneffizienter Bauteile zu beschaffen. Das seitens B&C und Martin Ohneberg erschlossene zusätzliche Kapital soll vor allem für Wachstum eingesetzt werden.

Zu den derzeit etwa 150 Kunden von Kreatize zählen sowohl global führende als auch mittelständische Unternehmen, vor allem aus den Bereichen 3D-Druck, Elektromobilität, Micro-Mobility, Robotics und Automatisierung. Das Unternehmen wurde bislang schon von mehreren Kapitalgebern unterstützt, unter anderem von Earlybird Venture Capital, und beschäftigt aktuell 70 Mitarbeitende.

www.bcholding.at; www.kreatize.com

Bittere Österreich-Lektion für die Modekette Dressmann

Umsatzeinbußen und harter Preiskampf aufgrund des „Covid-19-Shut-down“ treiben das Unternehmen in die Insolvenz

Bildquelle: Milenium City

Die Firma Dressmann GmbH (FN 421822b, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1060 Wien) hat am Handelsgericht Wien den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Das berichtet Gerhard Weinhofer vom Österreichischen Verband Creditreform in einem Informationsschreiben.

Das Unternehmen wurde 1967 in Oslo von Frank Varner, dem Vater der heutigen Eigentümer der Varner-Gruppe, gegründet und ist eine internationale und inhabergeführte Bekleidungskette für Männer. Die Schuldnerin betreibt in Österreich 31 Filialen.

Die Insolvenzursachen liegen neben Umsatzeinbußen aufgrund des „Covid-19-Shut-down“ auch in den darauffolgenden massiven Preisschlachten, an diesen sich die Schuldnerin nicht erfolgreich beteiligen konnte.

Von der Insolvenz sind rund 50 Gläubiger und 165 Arbeitnehmer betroffen. Die Aktiva betragen rund 5,5 Mio. Euro (freies Vermögen EUR 770.000,00) und stehen Passiva von 14,3 Mio. Euro gegenüber. Das Unternehmen wird nicht fortgeführt.

www.dressmann.com

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