Die fast ausschließlich international tätige Bachmann electronic GmbH mit Sitz in Feldkirch erwartet für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzplus von rund zehn Prozent. Im Vorjahr hat das Vorarlberger Industrieunternehmen ein Geschäftsvolumen von 108 Mio. EUR erzielt. „Trotz einem sehr herausfordernden internationalen Umfeld und vielen Krisenherden geht es uns in Summe doch gut“, sagt Geschäftsführer Bernhard Zangerl im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur wpa.
Er begründet die Zuwächse insbesondere mit bis zu 15 Jahren zurückliegenden strategischen Entscheidungen. „Wir haben uns damals darauf verständigt, dass wir nicht nur Hardware-Produkte für bestimmte Bereiche anbieten möchten, sondern Lösungen, die weit über das Produkt hinausgehen. Hier spielt auch die Software eine wichtige Rolle.“ Dazu gebe es ein umfassendes Dienstleistungsangebot.
So kommen die Steuerungen des Technologieunternehmens bei Weitem nicht nur in Windkraftanlagen zum Einsatz, sondern etwa auch in Wasser- und Blockheizkraftwerken. Zudem gebe es Verwendungsmöglichkeiten im industriellen Maschinenbau und der Automatisierung, in Netzwerk- und Zustandsüberwachungen, Anlagen-Modernisierungen und im Energiemanagement, zum Beispiel der Steuerung von Solar- und Windparks oder dem Management von Batteriespeichern.
„Das Thema Energie spielt eine immer wichtigere Rolle und dringt in mehr oder weniger alle Geschäftsbereiche vor.“ Das gelte sowohl für die Erzeugung und Verteilung von Energie als auch deren Einsparung. Gerade bei industriellen Anwendungen oder im maritimen Bereich (z.B. Schiffsmotoren) seien Kostensenkungen durch geringeren Energieverbrauch ein zentrales Thema.
Ein Beispiel: „Wir können mit unseren Steuerungen in der Produktion teure Lastspitzen abfedern, weil nicht alle Anlagen gleichzeitig hochgefahren werden. Beim Abschalten kann die noch verbleibende Energie zum Hochfahren anderer Anlagen genutzt werden“, sagt Bernhard Zangerl. Ein anderes Beispiel: Die Steuerung und Überwachung einer energieeffizienten Wasserversorgung von Kommunen.
„Diese breitere Aufstellung hat uns in den vergangenen Jahren sehr geholfen“, erklärt der Geschäftsführer. Dass dies immer öfter mit Energie-Themen zusammenhänge, biete Bachmann gute Wachstumsmöglichkeiten.
„Es ist davon auszugehen, dass der weltweite Energiehunger in den kommenden Jahren stark steigen wird. Davon werden wir mit unserem Alleinstellungsmerkmal profitieren.“ Weltweit betreibt Bachmann derzeit 20 Standorte und beschäftigt insgesamt rund 550 Mitarbeitende.
Eine „starke“ Entwicklung habe man heuer in China und Indien sowie in den USA gehabt, wenngleich auch in unterschiedlichen Bereichen. Während in China Windkraftanlagen unverändert gefragt seien, spüre man in Indien abgesehen vom Neuanlagen-Geschäft ein zunehmendes Interesse an der Modernisierung von unzähligen bestehenden Anlagen.
In den USA wiederum gebe es im Bereich Windkraft zwar weniger Neuanlagen, dafür investiere man auch dort verstärkt in das Retrofit des Bestandes. „Zudem entstehen in den USA immer mehr große Batteriespeicherzentren mit Blockheizkraftwerken, die den Energiebedarf der großen Rechen- und Datencenter stillen.“
Lediglich in Europa gebe es diese Zuwächse nicht, die Entwicklung sei nur konstant. Allerdings spiele auch hier die Energie-Frage eine immer größere Rolle. Das kompensiere die Rückgänge im klassischen Maschinenbau, so Bernhard Zangerl.
Große Stücke setzt man bei Bachmann auf Indien. „Das ist eine aufsteigende Volkswirtschaft mit viel Potenzial, die noch dazu demokratisch regiert wird.“ Seit gut 20 Jahren habe man in der Millionenstadt Pune einen eigenen Standort für Technik und Vertrieb. Der soll in den kommenden Jahren sukzessive ausgebaut werden.
