Viessmann schließt Produktion von Holzfeuerungsanlagen in Österreich

Kooperation mit ETA und wodtke bietet Komplettlösungen für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbe mit allen Komponenten aus einer Hand

Viessmann schließt Produktion von Holzfeuerungsanlagen in Österreich Bild: Viessmann

Um die Marktposition bei Biomasse-Heizkesseln weiter auszubauen, hat die Viessmann Group Kooperationsvereinbarungen mit den Holzheizspezialisten ETA Heiztechnik GmbH und wodtke GmbH geschlossen. Das Unternehmen werde zukünftig Biomasse-Heizsysteme beider Hersteller vertreiben und damit ein lückenloses Produktprogramm für Scheitholz, Pellets und Holzhackschnitzel mit Leistungen von 2 bis 480 Kilowatt anbieten, sagt Dr. Frank Voßloh, Geschäftsführer der Viessmann Deutschland GmbH.

Allgemein führt die aktuelle Corona-Krise zu einer Investitionsverschiebung bzw. -zurückhaltung. Das gilt insbesondere für das ohnehin schwierige Marktumfeld für Biomasse im großen Leistungsbereich – ein kleines Segment im Gesamtmarkt. Das hat gravierende Folgen für den Viessmann Standort Hard in Vorarlberg. Bei der dortigen Holzfeuerungsanlagen GmbH wird man sich künftig auf den Service bestehender Anlagen konzentrieren und das Neuanlagengeschäft aufgeben. Das bedeutet, dass für über ein Drittel der rund 150 Beschäftigten eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden muss.

„Durch die Kooperation mit ETA kann Viessmann seinen Marktpartnern vollständige Komplettlösungen für gewerbliche Anwendungen aus einer Hand anbieten,“ erläutert Frank Voßloh. Dazu gehören neben den Biomassekesseln auch alle weiteren Systemkomponenten wie zum Beispiel Gas- und Öl-Spitzenlastkessel, Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, Anlagensteuerung und die komplette Hydraulik.

Seit Dezember 1998 konzipiert und baut das oberösterreichische Unternehmen ETA Heiztechnik GmbH mit über 250 Mitarbeitenden holzbefeuerte Heizkessel einer neuen Generation. Mit einer Produktionskapazität von bis zu 20.000 Kessel pro Jahr und einer Exportquote in alle Welt von mehr als 80 Prozent gehört das Unternehmen zu den führenden Biomassekesselproduzenten.

Die Kooperation von Viessmann und wodtke, mit Sitz im schwäbischen Tübingen, ergibt dem Vernehmen nach eine Win-win-Situation. Viessmann ergänzt mit den Pelletöfen water+ von wodtke sein Angebot der thermischen Biomasse-Nutzung um Lösungen für den Wohnraum und rundet sein Portfolio im kleinen Leistungsbereich bis 13 Kilowatt ab. Zugleich unterstützt das Unternehmen damit die von der Bundesregierung im Klimapaket 2030 anvisierte CO2-Reduktion.

Viessmann wandelt sich kontinuierlich vom Heiztechnikhersteller zum Lösungsanbieter für den kompletten Lebensraum. Dafür entwickelt das Unternehmen mit 12.300 Mitarbeitenden nahtlose Klima- und Kühllösungen, die die Umgebung des Menschen mit der optimalen Raumtemperatur, mit Warmwasser, Strom und guter Luftqualität gleichermaßen versorgen. Der Viessmann-Produktionsstandort im ungarischen Dombóvár konzentriert sich weiter auf das bisherige Produktportfolio mit Vitoligno Pellet- und Scheitholzkesseln bis rund 100 Kilowatt.

www.eta.co.at www.viessmann.com

Österreichs Unternehmen drohen deutliche Umsatzeinbußen

BMÖ-Umfrage unterstreicht das Ausmaß der kritischen wirtschaftlichen Situation in vielen heimischen Betrieben

BMÖ

Als Folge der Corona-Krise erwarten 82 Prozent der Unternehmen negative Auswirkungen auf ihren Jahresumsatz – in Teilen bis 30 Prozent und mehr. 63 Prozent melden Störungen in der Lieferkette und eine unsichere Versorgungslage, und bei 11 Prozent ist die Kette komplett unterbrochen.

Das sind zentrale Ergebnisse einer Umfrage, die der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ; Wien) vom 27. März bis 03. April 2020 gemeinsam mit der Stöhr Faktor STÖHR FAKTOR Unternehmensberatung (Erkrath) und der International School of Management (München) durchgeführt hat. Eruiert wurde, wie Einkauf und Supply Chain Management (SCM) die Lage einschätzen und welche Maßnahmen ergriffen werden. Es beteiligten sich 74 Unternehmensvertreter aus Österreich und Deutschland.
65 Prozent der befragten Unternehmen haben Kurzarbeit verordnet, 32 Prozent stellen derzeit keine neuen Mitarbeiter ein. 38 Prozent haben einen Investitionsstopp verhängt. Bei 58 Prozent ist die Nachfrage nach Produkten gestört beziehungsweise unsicher; bei 15 Prozent ist diese komplett eingebrochen. 49 Prozent berichten von Produktionsstörungen. Über 50 Prozent rechnen mit weiteren massiven Störungen in den kommenden drei Monaten. Jedes vierte Unternehmen sieht sich derzeit mit Preiserhöhungen konfrontiert.
Maßnahmen

-) 61 Prozent der befragten Unternehmen haben eine „Corona-Task Force Einkauf“ gebildet.
-) Zuweilen werden standardisierte Regelwerke im Einkauf ausgesetzt, um rascher agieren zu können.
-) Bevorratung ist die am häufigsten ergriffene Ad-hoc-Maßnahme, gefolgt von Suche nach Alternativlieferanten/-produkten, Erhöhung der Bestellmengen, Dual Sourcing sowie Eigenfertigung und Ausbau von Regional Sourcing.
-) Auch Risikomanagement dominiert im Krisenmodus.

Erkenntnisse

-) Der Grad der Lern- und Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens wird zum erfolgskritischen Faktor. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist die zentrale Antwort auf Covid-19-Herausforderungen.
-) Innerhalb des Einkaufs ist eine höhere Prozesseffizienz in operativen Arbeitsabläufen durch Digitalisierung erforderlich.
-) Neben kurzfristig wirkenden “quick wins“ gilt es für Einkauf/SCM frühzeitig nachhaltige Kostenoptimierungsmaßnahmen zu entwickeln.
-) Kontinuierliche Risikobewertung der Liefermärkte bleibt auch nach dem Krisenmodus eine zentrale Anforderung

Heinz Pechek, geschäftsführender Vorstand, BMÖ: „„Für Österreich, das deutlich mehr als andere Länder von Zulieferungen an die Automobilindustrie abhängig und vom Tourismus geprägt ist, dürfte das Minuswachstum der Wirtschaftsleistung mit größter Wahrscheinlichkeit wesentlich über den bisherigen Expertenschätzungen liegen, nämlich bei -20 Prozent und in Teilen sogar mehr. Den Verantwortlichen in Einkauf und Supply Chain Management kommt nicht nur die Aufgabe der Versorgungssicherung und Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit des Unternehmens zu, sondern auch die Rolle des Frühwarnindikators und Krisenmanagers im Unternehmen und in der gesamten Volkswirtschaft.“

www.bmoe.at

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