Die Lenzing AG, ein führender Anbieter regenerierter Cellulosefasern, setzt gravierende Schritte zur Stärkung der globalen Position und Wettbewerbsfähigkeit. Damit reagiert das Unternehmen auf die anhaltenden Herausforderungen an den globalen Textil- und Vliesstoffmärkten sowie auf die geopolitischen Entwicklungen.
Zu den Eckpfeilern der angepassten Strategie zählt der Fokus auf Premiumfasern, die Steigerung der operativen Effizienz und die Optimierung der Produktionsstandorte. „Wir bauen auf unsere Stärke als Innovationsführer. Zugleich optimieren wir unsere Strukturen und Prozesse, um Kosten nachhaltig zu senken und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende und CEO Rohit Aggarwal.
Um die operative Effizienz weiter zu steigern, werden zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur umgesetzt. Dazu zählt auch ein Personalabbau am Hauptsitz in Lenzing. Dabei werden insbesondere im Verwaltungsbereich etwa 300 Stellen gestrichen, davon 250 bis Ende 2025, mit dem Ziel, vor allem die administrativen Funktionen von Lenzing schlanker und effizienter zu gestalten.
Dadurch ergeben sich ab 2026 jährliche Einsparungen in Höhe von mindestens 25 Mio. EUR. Gleichzeitig wird der Konzern seine internationale Präsenz in Asien und Nordamerika stärken und rückt damit in diesen wichtigen Textil- und Vliesstoffmärkten näher an seine Kunden heran. Diese Internationalisierung führt bis Ende 2027 zu einem weiteren Abbau von etwa 300 Stellen am Standort Lenzing. Beide Maßnahmen führen zu jährlichen Gesamteinsparungen von mehr als 45 Mio. EUR, die spätestens Ende 2027 in vollem Umfang wirksam werden.
Um die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität der Standorte in Österreich zu sichern, wurde ein Investitionspaket für die Werke in Lenzing und Heiligenkreuz geschnürt. Bis Ende 2027 sind Investitionen von über 100 Mio. EUR für beide Standorte geplant.
Heiligenkreuz wird seine globale Führungsposition als umweltfreundlichste Produktionsstätte für Spezialfasern sowie als Innovationshub durch gezielte Investitionen in neue Technologien weiter ausbauen. In Lenzing sind zudem weitere Investitionen mit strategischen Partnern in Vorbereitung, um die Premiumisierungsstrategie des Konzerns zu unterstützen.
Der Vorstand hat beschlossen, eine Überprüfung der strategischen Optionen einzuleiten, darunter ein möglicher Verkauf des Produktionsstandorts in Indonesien. Dadurch wird der Schwerpunkt noch stärker auf margenstärkere Premium-Markenfasern gelegt. Die Lenzing AG rechnet mit Wertberichtigungen für langfristige Vermögenswerte, insbesondere bei Sachanlagen, in Höhe von bis zu 100 Mio. EUR im Jahr 2025.
Die weltweite Nachfrage nach nachhaltigen Cellulosefasern wird in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich um 5 bis 6 Prozent jährlich steigen. Diese Steigerung beruht auf die wachsende globale Bevölkerung, die gestiegene Kaufkraft, die globalen Einschränkungen für die Baumwollversorgung und eine zunehmende Bereitschaft, für Nachhaltigkeit zu bezahlen. Lenzing ist ein führender Anbieter in diesen wachstumsstarken Marktsegmenten und wird den Fokus verstärkt darauf legen, diesen profitablen Wachstumspfad zu erschließen.
