Full-Service von Felbermayr für 34.000 Frachttonnen

Länderübergreifende Meisterleistung in der Transport- und Hebetechnik für ein Kraftwerksprojekt in Rumänien.

Full-Service von Felbermayr für 34.000 Frachttonnen Bild: Felbermayr

Eines der bisher größten Transport-Projekte bei Felbermayr findet im Spätsommer 2025 seinen Abschluss. Das Unternehmen lieferte innerhalb eines Jahres sämtliche technische Komponenten – mehr als 34.000 Frachttonnen Material beziehungsweise rund 1.600 Packstücke – für das Gas- und Dampfkraftwerk Mintia in Rumänien. Zu den größten Komponenten zählten jeweils drei Generatoren, Transformatoren sowie die Turbinen.

„Das Projekt war technisch und logistisch eine große Herausforderung, denn das Kraftwerk liegt mehr als 250 Kilometer von allen schiffbaren Wasserstraßen entfernt. Es waren alle unsere Kernkompetenzen gefordert: Binnenschifffahrt, Hafenumschlag, RoRo Schiffsraum sowie Straßentransporte“, berichtet Peter Niedermair-Auer, Projektleiter Felbermayr-Projektabteilung Wels.


Die beiden Gasturbinen kamen zerlegt mit dem Binnenschiff aus Berlin, wurden im Hafen in Linz auf ein weiteres Binnenschiff umgeschlagen und nach Budapest transportiert. Im Hafen Csepel erfolgte der Umschlag auf Tieflader für die Straßentransporte zum Kraftwerk Mintia.

Die Gasturbinen kamen in jeweils zwölf Packstücken. Das schwerste Teil wog 150 Tonnen bei einer Länge von 13,7 Metern und einer Breite von 3,6 Metern. Acht Transporte pro Turbine waren nötig.

Die Dampfturbine wurde im April 2025 von Mühlheim mit dem Binnenschiff abgeholt, in Linz in ein anderes Binnenschiff umgeschlagen und nach Szeged transportiert. Sie wurde demontiert mit sieben Schwertransporten und etlichen Zubehörladungen nach Mintia geliefert. Das schwerste Teil wog 150 Tonnen bei 6 Metern Breite, 9,90 Metern Länge und 3,90 Metern Höhe.

„Wir hatten mit den üblichen Herausforderungen auf rumänischen und ungarischen Straßen zu kämpfen, wie alte Brücken und enge Ortsdurchfahrten. Es mussten im Vorfeld viele statische Berechnungen und Streckenprüfungen erfolgen“, berichtet Peter Niedermair-Auer.


Die schwersten Bauteile wurden Anfang 2025 transportiert. Alle drei Generatoren mit jeweils rund 380 Tonnen Gewicht kamen mit dem Hochseeschiff aus Charleston (USA) ­– zwei bereits im Februar, einer später im Mai. Sie wurden im Terminal von PSA Breakbulk in Antwerpen auf ein Binnenschiff umgeschlagen und in den Hafen Linz transportiert. Die Abwicklung erfolgte durch Haeger & Schmidt Logistics.

In Linz wurden die Generatoren auf den RoRo30 genannten Schubleichter umgeschlagen. Einer der beiden wurde bereits zuvor auf einen 12-achsigen 3-file SPMT verladen und gesichert. Die Fahrt führte zuerst auf der Donau, dann via Theiß nach Tape in Ungarn.

Über eine RoRo-Rampe (rollte der SPMT mit dem ersten Generator aus dem Schiff aus und fuhr direkt weiter durch die Stadt Mako. Auf einem Umladeplatz wurde der Generator mittels Tower-Lift und Litzenheber-System vom SPMT auf ein weiteres Transportfahrzeug gehoben.


Mit 2 mal 20 Achslinien und Hub-Hebel-Seitenträgerbrücke von Baumann wurde der Generator anschließend rund 270 Kilometer auf der Straße über die Grenze zum Kraftwerk in Mintia in Rumänien transportiert. Die Gesamttransportlänge betrug 100 Meter bei 6 Meter Breite und 5,4 Meter Höhe. Das Transportgesamtgewicht brachte 770 Tonnen auf die Waage.

Es war der größte Straßentransport in der Geschichte Ungarns und die Organisation demnach eine besondere Herausforderung für das Team von Bau-Trans. Gemeinsam mit der Straßenbehörde wurden mehrmals Streckenprüfungen durchgeführt. Aufgrund der Größe und des Gewichtes des Transportes mussten Schilder demontiert, Bäume geschnitten und Brücken unterstützt werden.


Drei Großtransformatoren mit Stückgewichten von bis zu 313 Tonnen kamen im Februar mit dem Hochseeschiff aus China nach Constanta und von dort über die Donau und die Theiß nach Tape in Ungarn. Sie wurden über denselben Weg wie die Generatoren mit SPMT über die RoRo-Rampe nach Mako gebracht.


Fünf der sechs Schwerkomponenten – Generatoren und Transformatoren – wurden von den Experten des Felbermayr-Bereiches Engineered Solutions direkt nach der Anlieferung auf die Fundamente verbracht. Die beiden Generatoren für die Gasturbinen mussten mit einem 500-Tonnen-Hubgerüst auf einen 10-achsigen 4-file SPMT umgeladen und damit zum Fundament gebracht werden. Mittels Hubgerüst und einer Fahrbahn aus 36 Laufmetern Schiene erfolgte die Fundamentstellung.

Bis 2026 wird das Kohlekraftwerk Mintia in ein Gas- und Dampfkraftwerk umgebaut. Mit einer installierten Leistung von 1.700 Megawatt wird es bei seiner Inbetriebnahme das größte seiner Art in der Europäischen Union sein.

www.felbermayr.cc

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