Die Egger Gruppe hat im Geschäftsjahr 2024/2025 rund 8,9 Mio. Tonnen Fertigprodukte versendet, davon 90,5 Prozent per Lkw. Durch optimierte Auslastung konnten über 1.600 Lkw-Transporte an Frachtkosten eingespart werden. Außerdem sind alternative und erneuerbare Antriebe auf dem Vomarsch.
Dennoch brauche das Unternehmen eine starke und leistungsfähige Bahn, räumt Frank Bölling, Gruppenleitung Logistik bei Egger, gegenüber der Österrreichischen Verkehrszeitung ein. Man sei offen für innovative Lösungen für konventionelle und intemodale Transporte auf der Schiene.
Bei Egger ist man zu Investitionen in die Optimirung der Bahnanschlüsse in den Werken bereit. Er verfolge aber auch die laufenden Projekte zum Ausbau der Schieneninfrastruktur und für Bahnterminals im In- und Ausland aufmerksam, so Frank Bölling, der Bahntransporte ab Distanzen von 500 Kilometern für wirtschaftlich darstellbar hält.
Wirtschaftsflaute, schwache Baukonjunktur, globale Konflikte und weitere Unsicherheiten machten 2024/2025 (30. April) für den Holzwerkstoffhersteller zu einem sehr herausfordernden Geschäftsjahr. Trotzdem will sich das Tiroler Familienunternehmen mit fortlaufenden Investitionen zukunftssicher aufstellen.
„Wir spüren die aktuellen Zollthemen. Aber das hat keinen Einfluss auf unsere Geschäftsstategie“, berichtete Dr. Thomas Leissing, Sprecher der Gruppenleitung, bei der Jahrespressekonferenz.
Der Manager rechnet weiter mit einem verhaltenen Wohnungsneubau. Es wäre im DACH-Raum genügend Geld da, „doch die Leute sparen aus Angst zuviel“, stellte er fest. Allerdings könne man die aktuell 22 Werke in Europa und Übersee genügend auslasten.
Als weiteren von der Allgemeinheit kaum wahrgenommenen negativen Trend erwähnte Thomas Leissing den 15%igen Wertverlust des US-Dollar gegenüber dem Euro. Dadurch verteuerten sich die Exporte nach Nordamerika und Asien spürbar.
Das Geschäftsjahr 2024/25 bescherte der Egger Gruppe leichte Mengensteigerungen auf 10,8 Mio. m³ bei wachsendem Preisdruck. Osteuropa habe sich gut entwickelt. Jedoch würden in den USA so wenige Häuser wie schon lange nicht mehr gebaut, so die Gruppenleitung.
Aus Umsatzerlösen von 4,1 Mrd. EUR wurde ein EBITDA von 541 Mio. EUR (23/24: 494 Mio. EUR) erwirtschaftet. Bei 435 Mio. EUR Investitionen waren 325 Mio. EUR Wachstumsmaßnahmen. Die Eigenkapitalquote von 42,8 Prozent schafft die Grundlage für eine Strategie der weiteren aggressiven Marktanteilsgewinne.
Egger erwirtschaftete in der Berichtsperiode 53,5 Prozent des Umsatzes in Westeuropa, wo man margenseitig stark unter Druck stehe, wie Michal Egger jun. berichtet. Die Märkte in Zentral- und Osteuropa (30,7 Prozent) sorgten mit 1,27 Mrd. EUR für eine gute Auslastung der Werke in Unterradlberg, Polen und Rumänien.
Industrielle Basis für die Produkte der Egger Gruppe sind die 22 Werke. Hier forciert das Management die Etablierung von leistungsfähige Recyclinganlagen. Die größten Investitionen laufen derzeit nach Deutschland, wie für den Ausbau des Werks in Markt Bibatrt (200 Mio. EUR).
Parallel dazu wurden Veredelungskapazitäten in Schottland, Radauti (RO), Argentinien, Wisnar und im italienischen Caorso neu geschaffen. Weitere Maßnahmen sind das Kraftwerk für Wärme und Strom in St. Johann in Tirol (80 Mio. EUR) sowie die Einrichtung von Sammelstellen für Restholz, denn die Egger Gruppe braucht Unabhängigkeit von Öl und Gas.
Die globalen Zollkonflikte treffen das Unternehmen nicht unmittelbar. Jedoch kommt jetzt eine Schwemme an Kunststoffböden aus China nach Europa. „Wir müssen mit Unsicherheit und Volatilität umgehen“, bemerkt Frank Bölling.
Man brauche eine starke und leistungsfähige Bahn, räumt der Logistik-Manager gegenüber der Österrreichischen Verkehrszeitung ein. Man erwarte sich dafür innovative Lösungen der Güterbahnen für konventionelle und intemodale Transporte.
Strategie des Unternehmens ist hohe Produktverfügbarkeit für die Kunden durch ausreichende Lagerkapazitäten. Damit und mit vielen weiteren Initiativen will Egger zum Service-Marktführer in der Branche werden.
