In Deutschland geht die digitale Freistellung für Containerimporte über die IT-Plattform German Ports in die finale Phase. Als letzte Teilnehmergruppe werden Transportunternehmen und Lkw-Fahrer verpflichtend in den Prozess eingebunden.
Abholende Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie über ein gültiges digitales Abholrecht verfügen. Damit geht das neue Freistellungsverfahren unter dem Namen Secure Release Order (SRO) in den deutschen Nordseehäfen vollständig in den Regelbetrieb über.
Das ermöglicht es den Terminals, die Legitimation direkt beim Terminaleintritt in Echtzeit zu überprüfen. So entsteht durch German Ports eine durchgängige digitale Prozesskette, die den gesamten Ablauf vom Eintreffen des Containers bis zu dessen Abholung in den deutschen Nordseehäfen abdeckt und weit über den originären Freistellungsprozess hinausgeht.
„99 Prozent des Containerumschlags werden bereits über German Ports abgewickelt. Der stufenweise Change-Prozess seit 1. Oktober 2025 hat einen geordneten Übergang sichergestellt, bei dem ein störungsfreier Umschlag oberste Priorität hatte“, berichtet Marco Molitor, Vorstandsvorsitzender der dbh.
Im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben der Bundesländer Hamburg und Bremen gilt die neue Regelung, die vielfach auch als Stufe 2 kommuniziert wurde, ab dem 23. März in Hamburg und ab dem 25. März 2026 in Bremerhaven. Damit sind Abholungen an den Terminals von Eurogate und HHLA in diesen Häfen nur noch mit einem gültigen digitalen Abholrecht möglich.
Eine Ausnahme bildet das Terminal in Wilhelmshaven. Dort bleibt die Übergangsregelung bis zum Inkrafttreten des niedersächsischen Hafensicherheitsgesetzes aus rechtlichen Gründen aktiv.
Für den operativen Ablauf ergeben sich im Wesentlichen zwei sicherheitsrelevante Änderungen. Erstens sind Slotbuchungen nur noch mit einem gültigen Abholrecht möglich. Zweitens prüft das Terminal automatisiert, ob das dem Lkw-Fahrer zugeordnete Unternehmen aktuell über ein gültiges Abholrecht für den entsprechenden Container in German Ports verfügt.
Dafür muss sich jeder Fahrer über ein IDP-System – etwa ImpalaID, CONROO oder Passify – identifizieren. Aktuell hat German Ports weit mehr als 15.000 Nutzer für den Freistellungsprozess mit der digitalen SRO. Betreiber der IT-Plattform sind die beiden marktführenden Anbieter für Hafen-IT-Plattformen in Deutschland Dakosy aus Hamburg und dbh aus Bremen.
