22 Meter lang, 60 Tonnen schwer und mit 500 PS ausgestattet: Wenn in Linz das Donauwasser zu gefrieren droht, rückt die „MS Eduard“ aus. Mit einem stahlverstärkten Bug und einem circa ein Zentimeter dicken Stahlblechsockel rund um den Rumpf kann das Spezialschiff bis zu 15 Zentimeter dickes Eis durchbrechen. Rund drei Stunden dauert es, um die Fahrrinnen im Handels- und Tankhafen bei einer derart dicken Eisschicht freizubekommen.
Der letzte Eisbrecher-Einsatz der „MS Eduard“ liegt bereits einige Jahre zurück. Im Jahr 2020 musste das Schiff vereinzelt ausrücken. Deutlich mehr Arbeit gab es im Winter 2017, als die Temperaturen in Linz tagelang weit unter dem Gefrierpunkt lagen und insgesamt 26 Einsätze nötig waren.
Laut der Wasserstraßen-Verkehrsverordnung bzw. dem österreichischem Schifffahrtsgesetzt müssen alle Fahrrinnen in öffentlichen Häfen für die Schifffahrt offen und daher stets eisfrei bleiben. Das Eis muss daher gebrochen sein. So können Güter, die auf der Donau transportiert werden, auch sicher umgeschlagen werden.
Die „MS Eduard“ erfüllt nicht nur den Zweck des Eisbrechens während der kalten Jahreszeit. Das Schiff wird auch für wiederkehrende Tätigkeiten, etwa zur Kontrolle der Kaimauern und Ufersicherungen oder bei der Entnahme von Wasserproben, genützt.
