Laderaum in Europa lässt Trendumkehr erkennen

Timocom Transportbarometer zeigt steigende Nachfrage nach Frachtangeboten. Situation rund um den Brenner bleibt angespannt.

Laderaum in Europa lässt Trendumkehr erkennen Bild: TIMOCOM

Gestiegene Energiepreise, Konsumzurückhaltung, hohe Lagerbestände und geringere Auftragseingänge haben die Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres 2023 geprägt. Uneinheitlich ist der Ausblick auf das laufende Jahr. Mehr als ungewiss sind auch die Auswirkungen auf den Transportsektor.

Eine leichte Tendenz lässt sich allerdings schon ausmachen: Seit März ist eine leichte Trendumkehr bemerkbar. Zu diesem Fazit gelangt das Timocom Transportbarometer des ersten Quartals 2023, das auf Daten der von der Frachtenbörse betriebenen Plattformen beruht.

Nachdem in den ersten beiden Monaten dieses Jahres auf der Plattform erneut deutlich weniger Frachtangebote eingestellt wurden als im Vorquartal, ist die Anzahl im März mit einem Plus von 42 Prozent europaweit wieder spürbar angestiegen. Erstmals seit Herbst 2023 zeigt sich also eine Trendumkehr beim Rückgang der Nachfrage an Laderaum. Das gesamte Quartal liegt laut der Statistik dennoch um ein Viertel unter dem Vorquartal.

Was die Zahl der Eingaben an freiem Laderaum betrifft, verzeichnet die Statistik im ersten Quartal 2023 einen deutlichen Anstieg. Im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt er bei 16 Prozent. Gegenüber dem vierten Quartal 2022 zeigt sich sogar ein Anstieg um 24 Prozent.

Dies sei aber, so die Einschätzung von Timocom, eher eine Folge der geringeren Verfügbarkeit an Frachtangeboten und nicht etwa auf zusätzliche Kapazitäten am Markt zurückzuführen. Letztere bleiben knapp, nicht zuletzt auch wegen des Fahrermangels und der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Zudem bestätigen die Zahlen die steigende Tendenz aus dem Vorquartal, langfristige Verträge mit Dienstleistern abzuschließen und sich verfügbare Kapazitäten zu sichern.

„Insgesamt ist das Interesse an Kontrakten gestiegen. Dies lässt sich unter anderem durch die Entwicklungen der letzten Jahre erklären, die wieder stark steigende Preise befürchten lassen“, führt Prof. Dr. Christian Kille, Studiengangleiter an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt aus.

Zudem lässt sich beobachten, dass trotz des höheren Angebotes an Frachtraum und des damit steigenden Konkurrenzkampfes, der durchschnittlich angebotene Frachtpreis im Fernverkehr im Vergleich zum Vorjahr deutschlandweit um über sieben Prozent gestiegen ist. In Europa ist ein Anstieg von fast drei Prozent zu erkennen. Die deutlich gestiegenen Kosten lassen ein Absinken der Preise auf das Vor-Corona-Niveau nicht mehr zu.

Der Brenner, dauerhaftes Ärgernis in der Branche, hat ebenfalls erheblichen Auswirkungen auf den Straßengüterverkehr. An einer der wichtigsten Verkehrsverbindungen für den internationalen Warenverkehr bremst die Lkw-Blockabfertigung die Fahrer regelmäßig über Stunden hinweg aus. Einen Auftrag nach Italien zu fahren ist daher für Viele unattraktiv. Die hohen Kosten und der hohe Zeitdruck machen es vielen Unternehmen schwer, profitabel zu arbeiten.

Oft müssen alternative Routen und Transportmittel gefunden werden, um die Transportaufträge abwickeln zu können. Dies hat unter anderem auch Auswirkungen auf das Fracht- und Laderaumangebot. So lässt sich beispielsweise mit Blick auf die Relation Österreich nach Italien im ersten Quartal insgesamt ein Rückgang von 68 Prozent feststellen.

www.timocom.de

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