Der Verein Netzwerk Logistik (VNL) hat das Jahr 2026 mit seinem traditionellen Neujahrsempfang am 14. Jänner gemeinsam mit seinen Mitgliedern eingeläutet. Die Veranstaltung fand zeitgleich an vier Standorten in Österreich statt: Wien, Marchtrenk, Dornbirn und Graz – über 400 Menschen tauschten sich persönlich für ein kraftvolles 2026 aus.
Eröffnet wurde der Empfang mit einem Rück- und Ausblick, der von Wien aus live an die weiteren Standorte übertragen wurde. Dabei zogen VNL-Obmann und Leiter Logistikum FH OÖ Franz Staberhofer sowie Peter Umundum, stellvertretender VNL-Beiratssprecher und Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG, Bilanz über das vergangene Jahr und skizzierten die VNL-Schwerpunkte für 2026.
„Das Jammern haben wir eingestellt. Wir bewegen uns in einer herausfordernden Zeit weiter nach vorne.“ Mit diesem Statement wandte sich Franz Staberhofer als Obmann an die Teilnehmer am VNL-Neujahrsempfang. Der Verein werde im Mai ein „Haus der Logistik“ in Steyr eröffnen, kündigte er an. Den Mitgliedern rät er zu Offenheit in den Themenbereichen KI-gestützte Logistik und bei der Anwendung von Programmen für Cybersecurity.
Unternehmen seien heute mit ständig in Bewegung befindlichen Supply Chains konfrontiert. Vor diesem Hintergrund müssten ihre Verantwortlichen schnelle Entscheidungen treffen. Es gehe um weniger Komplexität im Produktportfolio, die konsequente Nutzung von Zukunftstechnologien und engere Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung, empfahl Jürgen Endress, Partner der Management-Beratung für Operational Excellence Staufen AG als Teil von Accenture, in seiner Keynote.
Aus seiner Sicht hört Verbesserung niemals auf. Das gelte auch für gut aufgestellte Unternehmen. Denn selbst in einem Marktführer stecke das Potenzial für weitere Optimierungen, betonte Jürgen Endress. Derzeit kämpften viele Betriebe mit den Folgen der fehlenden Planungssicherheit und mit Auslastungsproblemen entlang der Wertschöpfungsketten.
Vor diesem Hintergrund wachse die Bedeutung von intelligenten KI-Lösungen. Damit lasse sich das zeitaufwendige Management von Transportschäden zu 90 Porzent digital durchführen, erläuterte Jürgen Endress. Bei der automatisierten Überprüfung von Logistikrechnungen habe man eine Erfolgsquote von 10-47 Prozent bei der Identifkation von Überzahlungen festgestellt.
Als weiteren Ansatzpunkt nannte der Berater den Einsatz von digitalen Agenten für die Transportplanung und -ausführung, Das Ergebnis seien bis zu 20-mal schnellere Bearbeitungsprozesse. Auch der Einsatz von „Digitalen Zwillingen“ in Echtzeit in Lagerbetrieben stärke die Position von Unternehmen in dem hochkompetitiven Wettbewerbsumfeld. Zum Ausdruck komme das in einer bis zu 40%ígen Steigerung der Produktivität.
Im Fokus des Neujahrsempfangs stand insbesondere die dynamische Entwicklung des VNL im Jahr 2025. So konnte die Mitgliederzahl um über 10 Prozent auf mehr als 6.200 Personen gesteigert werden. Darüber hinaus brachte sich der VNL im vergangenen Jahr mit konkreten Vorschlägen für eine zukunftsorientierte Logistik aktiv in die Erarbeitung des aktuellen Regierungsprogramms der Bundesregierung ein.
Als größtes Netzwerk für Logistik und Supply Chain Management (SCM) in Österreich will der Verein diesen Wachstumskurs auch 2026 fortsetzen. Zentrale Treiber dieser Entwicklung sind der Ausbau des Aus- und Weiterbildungsangebots im VNL-Campus, eine stärkere internationale Ausrichtung für die Mitglieder sowie inhaltliche Beiträge zur Stärkung des Wirtschafts- und Logistikstandorts Österreich.
Im Februar 2026 richtet der VNL erstmals die Preisverleihung der European Logistics Association (ELA) in Wien aus. Die Veranstaltung wird mit einer transatlantischen Supply-Chain-Konferenz kombiniert und bringt hochrangige internationale Vertreter:innen aus Wirtschaft und Logistik nach Österreich.
„Wir sollten die Chancen des E‑Commerce nutzen und den Luftfrachtstandort Wien als Verzollungsdrehscheibe weiterentwickeln. Ebenso brauchen Unternehmen stabile rechtliche Rahmenbedingungen – Bürokratie darf nicht ausufern, sonst verlieren wir Tempo bei Investitionen und dem Kampf gegen die Klimakrise“, räumte Peter Umundum in seinem Statement ein.